Freddy reloaded II – Die Genesung

Dies ist Teil 2 der “Freddy reloaded” – Triologie. Teil 1 kannst du hier lesen: Freddy reloaded.

Der Tag begann trüb und mal wieder viel zu früh. Dennoch konnte ich es geruhsam angehen lassen, hatte ich doch geregelt, dass ich später ins Büro kommen würde, weil ich mein Crossbike “Freddy”, das Centurion, aus der Fahrradklinik abholen durfte, in die es vor wenigen Tagen wegen akuter Beschwerden eingeliefert werden musste. Unter dem obigen Link erfährst du die ganze Vorgeschichte zu diesem Posting.

Ich fuhr recht spät mit der Bahn gen Meckenbeuren, da das dortige Fahrradambulatorium erst gegen 9:00 Uhr die Pforten zum OP-Saal öffnet. Kurz nach 9 trudelte ich beschwingt dort ein. Es waren schon viele Ärzte und Brüder munter. Artig stellte ich mich kurz vor und offenbarte mein Begehr. “Ah – das Centurion. Ich hole es gleich vor.”, murmelte der Chefarzt von letzter Woche und verschwand durch die Hintertüre. Wie durch ein Wunder betrat er kurze Zeit später die Räume durch den Besuchereingang. Ohne Rad. Ohne Freddy. “Ich hab’s draußen hingestellt”, klärte er mein fragendes Gesicht auf und wedelte überschwänglich mit der Visiten-Karte meines Rades. Er hielt mir einen Zettel unter die Nase, der offenbar alle möglichen Beschwerden, die ein Rad so haben kann, enthielt und auf dem einige Stellen farbig markiert waren. Unten standen in schnörkeligen Buchstaben die bösen Worte “mangelnde Pflege”. Mein schlechtes Gewissen verkrümelte sich in die hinteren Reihen meines Bewußtseins.

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Freddy reloaded I – Das Leiden

Diese Story kommt in zwei drei Teilen …. das hier ist der erste!

Neulich letzte Woche – kurz vor dem Erreichen des gesetzten Zieles: Freddy – mein Crossbike hat die Schnauze voll. Die vergangenen Wochen knarzte und knackte Freddy bei den Ausfahrten immer mehr. Tritt – knack – Tritt – knack – Tritt – knack … u.s.w. Ein Behandeln der Kette mit WD40 half gar nichts. Das Wundermittel versagte auf ganzer Linie. Vermutlich weil Kette und Schaltung überhaupt nicht Schuld waren an den Gebrechen. Eine kurze Recherche im Netz ergab entweder Probleme in den Trittlagern oder die Pedale selbst. Für beides habe ich keine Heilmethoden parat. Geschweige denn das nötige Werkzeug. Ich bin ein User, kein Guru!

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Owleye – Rendezvous mit Freddy

Mit dem Alter wird Mann offensichtlich immer wagemutiger. Früher – als ich noch jünger war – endete meine Fahrradsaison spätestens mit der Umstellung auf die Winterzeit. Dann wird es pünktlich zum Feierabend schon so dunkel, dass ein entspanntes Fahren mit dem Fahrrad unmöglich erscheint. Zudem findet diese Umstellung auf die Dunkelheit immer im Herbst statt und der Herbst ist normalerweise ein recht ungemütlicher Gesell. Bislang erschienen mir Dunkelheit, Sturm und Regen als Gründe absolut auszureichen, den Umstieg von Fahrrad auf Bahn zu rechtfertigen.

Wir schreiben jetzt das Jahr 2012 und etwas ist anders. Etwas ist im Gegensatz zu den vorherigen Jahren ganz entschieden anders gelaufen.

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Der Beweis, dass Radfahren blöd macht

Ich bin dir noch einen Beweis schuldig. Das hatte ich gestern in meinem Erfahrungsbericht zum Centurion Cross Line 600 ja angekündigt. Ich hatte behauptet, dass Radfahren blöd macht. Nun denn .. hier kommt der Beweis.

Die folgende Schilderung ist nicht StVO-konform! Das muss ich an dieser Stelle gleich vorausschicken. Auch, dass ich ein schlechtes Vorbild für Jungradfahrer bin, weiß ich. Das muss mir nicht durch Flames im Anschluß an diesen Artikel unter die Nase gerieben werden.
Was ich gleich von vornherein unentschuldbar klarstellen will ist folgendes: Ich höre Musik beim Radfahren! Und ich danke dem Erfinder des MP3-Players dafür, dass er das lange, öde und anstrengende Radeln zumindest mit einem MP3-Player kurzweiliger gestalten konnte. Ich stell mir gerade vor, wie das früher gegangen wäre: hoch auf dem gelben Fahrrad, den Ghettoblaster auf der Schulter, japse ich gen Ravensburg. Das ist ungleich anstrengender als mit einem kleinen MP3-Player, den ich elegant am Bauchgurt des Rucksacks befestigen kann. Mein MP3-Player hat nämlich einen Clip! Damit kann ich ihn anclippen und muss ihn nicht erst krampfhaft mit Tesa irgendwo ankleistern. Denn rumbammeln darf das Teil nicht beim Radeln. Das behindert nur. Ein MP3-Player auf dem Fahrrad darf nicht störend im Wege sein, muss tolle Musik spielen und ist verboten!

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130km mit Freddy, dem Centurion Crossbike

Es ist Samstag. Offiziell fahrradfreier Tag. Nach dreieinhalb Tagen im Sattel, unterbrochen nur durch Arbeitsaufenthalte im Büro und nächtlichen Ruhephasen zu Hause, tut das richtig gut. So richtig erholsam ist dieser Samstag aber nicht: ich spüre zahllose Muskeln, deren Existenz ich noch vor Kurzem nicht mal erahnt hatte. Das ist aber jedes Jahr so und es erstaunt mich immer wieder, dass ich mich auch jedes Jahr aufs neue darüber wundern kann.

Seit Dienstagnachmittag bin ich nun stolzer Gefährte von Freddy, dem Schlachtross. Für alle jene, die sich den ersten Bericht über mein neues Radl nicht reinziehen vollen (Was ich bedauern würde! Was du bedauern wirst, wenn du den Artikel nicht liest!): Freddy ist ein Centurion Cross line 600 – Crossbike. Ein ausgewachsenes, wenn auch blutjunges Fahrrad, welches zunächst ein wenig zu kurz geraten war. Ich klagte zuvor schon darüber, dass mich im Sattel ständig das Gefühl der Unvollkommenheit heimsuchte. Freddy fühlte sich einfach falsch an.

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Freddy – das Schlachtross

Fahrrad am See - aber nicht mein Centurion Cross Line 600

Ist es nicht herrlich zur Zeit? Ich meine draußen. Drinnen ist es oft wie immer. Nur wärmer. Aber draußen weht eine frische Flöte, die Vögel bekommen sich kaum noch ein und drehen vor lauter Sonne und Mildheit schier durch. Hast du mal aufgepaßt, wieviele Vögel allein in den Morgenstunden schon herumtröten? Ich hätte ja kaum für möglich gehalten, dass es so viele Vögel überhaupt gibt! Tief im Inneren bin ich nach wie vor überzeugt, dass sich sympathisierende Katzen und Kanninchen in das Morgenkonzert einklinken.

Es lenzt, dass die Schwarte kracht.

Mitten in dieser Zeit begab es sich letzte Woche, dass mir mein langjähriger Begleiter entführt wurde. Mein Fahrrad wurde geklaut. Vom Täter nach wie vor keine Spur. Kein Wunder bei dem Wunderrad. Den holt niemand mehr ein. Meine anfänglichen Wünsche, dass mein Rad einfach nur mal um die Ecke wollte und dann – vielleicht vollständig zur Rennmaschine mutiert – wiederkehrt haben sich nicht erfüllt. Das ist schlimm. Ich meine, stell dir nur mal vor, da weht ein laues Lüftchen, die Sonne prasselt ein strahlendes Dauerfeuer auf die Erde, die Welt duftet wie neugeboren und du bist … mobilitätsverhindert. Verdammt dazu, einen Teil dieses grandiosen Frühlingserwachens in einem Zug zu verbringen. Da drin bekommst du von der ganzen Herrlichkeit gar nichts mit. Es ist stickig und die werten mitreisenden Schläfer können die Reisezeit nicht verschönern. Das bisschen Lauferei zum und vom Zug fällt bewegungstechnisch nicht ins Gewicht. Außer man hats eilig. Dann fühlt man jedes zusätzliche Gramm mit körperlicher Abscheu.

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