Bodensee-Wandern durch den Aachtobel – Teil 1

Auf der Suche nach lohnenswerten Ausflugzielen stieß ich auf den Aachtobel – ein Tobel, der sich nördlich von Überlingen durch die Landschaft gewühlt hat. Der Aachtobel ist auf Wikipedia als Naturschutzgebiet am Bodensee ausgewiesen.

Etwas mehr Recherche unter freundlicher Mithilfe von Google führte mich auf mein-bodensee.com und den dortigen Bericht zum Aachtobel. Der Weg durch den Aachtobel ist Teil des “Jubiläumsweg Bodenseekreis” – ein 111 Kilometer langer Wanderweg, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises eingerichtet wurde.
Kurze Zeit später saßen wir zu viert im Auto und gurkten von Friedrichshafen über Markdorf an Salem vorbei gen Lippertsreute. Als Start der Route sind die Steinhöfe angegeben, welche vom Navi allerdings nicht gefunden wurden. Vielmehr musste ich ein wenig manuell nachjustieren, um dir diesen Link zu Google-Maps zu bieten, der dich genau zu den Steinhöfen bringt.

Hier mal ein Ausschnitt aus Google-Maps, der dir das Terrain etwas näher bringt.

Wanderroute durch den Aachtobel
Das ist die lange Route durch den Aachtobel. Gestartet wird bei Punkt 0.
Punkt 1: Wallfahrtsort “Maria im Stein”
Punkt 2: Ende des Aachtobels an einer großen Wehrmauer
Punkt 3: Der Ort Hohenbodman
Punkt 4: Der Mehlsack – ein begehbarer Aussichtsturm.Lippertsreute liegt südlich dieses Kartenausschnitts.

In Lippertsreute biegst du in die Bruckfelder Straße ab, die dich dann zu den Steinhöfen bringt. Auf dem Weg dorthin wirst du links einen kleinen Parkplatz direkt an der Straße sehen, welcher eben nicht der Startpunkt unserer Tour ist. Ganz am Ende unseres Ausflugs stellte sich aber heraus, dass auch dieser kleine Stellplatz ein guter Ausgangspunkt für eine Begehung des Aachtobels ist, führt doch der Weg genau in das Aachtal hinein und auf die Wallfahrtskapelle “Maria im Stein” zu. Der Parkplatz bei den Steinhöfen ist jedoch ein ausgewiesener Wanderparkplatz – deshalb nahmen wir den. (Punkt 0 auf der Karte)

An dieser Stelle sind ein paar allgemeine Informationen zur Wanderroute angebracht:

  • Der Wanderweg durch den Aachtobel ist nicht geeignet für Kinderwagen.
  • Die Wanderung sollte unternommen werden, wenn es ein paar Tage zuvor trocken war. Die Wegeverhältnisse sind auch Tage nach Regen oder im frühen Frühjahr teilweise recht matschig.
  • Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.
  • Der Abschnitt zwischen Maria im Stein (1) und dem Ende des Tobels (2) ist sehr, sehr kinderfreundlich. Der Tobel ist unheimlich abwechlsungsreich und bietet allerlei Kurzweil für Kinder.
  • Es gibt keinerlei Müllsammler im Aachtobel selbst. Deshalb nimm bitte den ganzen Abfall, den du durch Futter und Trinken einschleppst auch wieder mit. Danke!

Wandern durch den Aachtobel – Teil 1: Von den Steinhoefen zum Wallfahrtsort “Maria im Stein” und ein kleines Stückchen weiter

Lippertsreute-Steinhöfe mit Blick Richtung Mehlsack
Blick vom Wanderparkplatz an den Steinhöfen zum Mehlsack, an welchem wir im Laufe der Wandertour vorbeikommen werden

Die Steinhöfe selbst sind ein typischer Hof, wie er häufig in der Gegend zu finden ist. Kurz vor dem Gehöft liegt der kleine Wanderparkplatz. Von hier aus sieht man sehr gut den weißen Turm auf der Anhöhe. Dieser Turm wird aufgrund seiner weißen Farbe auch “Mehlsack” genannt und du wirst ihn noch von nahem sehen.

Der Weg führt dich durch das Gehöft und verlässt selbiges nach links(!). Du triffst unmittelbar auf eine abwärtsführende Treppe. Gleich an deren Ende schlängelt sich ein sandiger Weg entlang einer beeindruckenden Sandsteinformation zur rechten Hand. Links geht es weiter hinab ins tief eingeschnittene Tal. Der Sandsteinfels fühlt sich interessant an und zu Fuße der Formation liegt ganz feiner Sand.

Es dauert keine 5min und du bist am Wallfahrtsort “Maria im Stein”. (Punkt 1 auf der Karte) Rechts oberhalb öffnet sich der Blick auf größere Löcher im Sandstein, während man links plötzlich einen Blick ins Tal werfen kann. Ein paar Holzbolen führen über einen kleinen Einschnitt, unter dem ein kleines Rohr zu Tage tritt, aus dem Wasser sprudelt. Diesem Wasser wird Heilkraft zugesprochen!

Der Wallfahrtsort “Maria im Stein” selbst ist eine offene Kapelle, an deren Wänden sich zahlreiche Gedenk- und Dankestafeln befinden. Informationen zur Historie von “Maria im Stein” findest du auf Wikipedia.

Wallfahrtsort "Maria im Stein" im Aachtobel
Wallfahrtsort “Maria im Stein” im Aachtobel

Nach ein paar Minuten der Betrachtung führt dich der Weg an der Kapelle vorbei weiter ins Tal hinein. Mitunter muss man unter umgestürzten Bäumen hindurch kriechen, doch hält der Schwierigkeitsgrad des Weges ein niedriges Niveau. Im Tal angekommen findet sich rechts eine Bank, die zu einem Moment der Ruhe einlädt. Der Blick geht unweigerlich zu der Brücke, welche über die Aach geschlagen wurde. An der Brücke steht eine Infotafel, welche über die hiesige Flora und Fauna ein wenig Auskunft gibt. Hier erfährst du, dass im Aachtobel Eichelhäher, Ulmenzipfelfalter und rote Waldameisen ebenso zu Hause sind, wie Frühlingsblatterbse und der Märzenbecher. Eichelhäher haben wir keinen gesehen, ebenso wenig rote Waldameisen und Ulmenzipfelfalter. Das mag aber einfach daran gelegen haben, dass doch erst Anfang April war, als wir durch den Aachtobel latschten.

Eine Holzbrücke über die Aach
Diese Brücke führt im Aachtobel über die Namensgeberin: die Aach.

Kurz nach der Brücke teilt sich dann der Wanderweg: das Ziel beider Wege ist der Mehlsack bei Hohenbodman. Während der linke Weg einen steilen Anstieg darstellt, der direkt Richtung Hohenbodman führt, schlängelt sich der rechte Weg weiter an der Aach entlang durch den Tobel. Wie der steile Weg aussieht, vermag ich nicht zu sagen, denn wir wollten durch den Tobel laufen.

Wir haben es nicht bereut, den “langen Weg” zu nehmen, denn der Wanderweg durch den Aachtobel ist wunderschön! Wie schön der Weg ist, werden dir die Bilder im zweiten Teil dieser kleinen Wanderroutenbeschreibung zeigen: Teil 2 – Im Aachtobel.

Bildergalerie zu diesem Abschnitt der Aachtobel-Wanderung

Outtakes:

  • Ich hatte doch tatsächlich “Holzbohlen” geschrieben und erst beim Korrekturlesen diesen Unsinn korrigiert. Da kann man mal sehen, wie medial geprägt unsermeinereiner bereits ist.
  • Obwohl ich meinen Fehler hinsichtlich des Wahlfahrtsorts (statt Wallfahrtsort) beim Schreiben selbst bemerkt und fortan richtigerweise den Wallfahrtsort nutzte, vergaß ich zunächst genau 7 Wahlfahrtsort-Stellen bei der Korrektur. Glücklicherweise habe ich sehr aufmerksame Freunde bei Facebook, die mir den Fauxpas meldeten!


Alle Teile der Aachtobel-Wanderung

Schreibe einen Kommentar