Die Schneckenloch-Höhle

Ich hatte mir noch nie vorgestellt, ein Höhlenforscher zu sein. Der Drang, unter der Erde herum zu kraxeln, ward mir nicht in die Wiege gelegt und vermisst hatte ich ihn bisher auch nicht. Dennoch sagte ich (und meine Familie) vor Wochen spontan zu, als wir die Möglichkeit bekamen, an einer Führung durch die Schneckenloch-Höhle teilzunehmen.
Letzten Sonntag war es so weit und dies hier ist meine Schilderung des ganz und gar beeindruckenden Ausflugs. Aufgrund der Fülle an Informationen wird dies eine kleine Artikelserie.

Teil 1: Allgemeine Informationen zum Schneckenloch-Ausflug.

Dieser erste Teil dreht sich um allgemeine Informationen zur Lage der Schneckenloch-Höhle, der Anfahrt sowie der Modalitäten für die Begehung der Höhle. Auch wenn man die Höhle aufgrund ihrer Lage nur schwer als „Bodensee-Ausflug“ bezeichnen kann, lasse ich das mal beiseite. Immerhin braucht man von Lindau nur eine Autostunde bis dahin.

Bevor ich gleich ein wenig über das Schneckenloch, dessen Lage, sowie meine persönlichen Eindrücke schreibe muss ich eines vorweg schicken, was mir bei meinen Recherchen zu Fakten immer wieder aufgefallen ist: es wird immer von der Schneckenloch-Höhle gesprochen. Dabei fallen mir sofort die Worte unseres Höhlenführers ein, der mal nebenbei folgende Worte fallen ließ:

„Eigentlich heißt die Höhle nur Schneckenloch. Ein Loch ist nämlich nichts anderes als eine Höhle. Und wenn man Schneckenloch-Höhle sagt, kann man das auch als Schneckenhöhle-Höhle sagen, was einfach nur bescheuert klingt.“

So sinngemäß sprach der Mann. Das „bescheuert klingen“ kommt von mir, unterstreicht aber den Kern der Aussage. Weil nun aber alle immer und stets „Schneckenlochhöhle“ sagen, werde ich das beibehalten. Ob du beim Lesen dann immer wieder in bescheuertes Wiehern ausbrichst, ist deine Sache.

Wo liegt die Schneckenlochhöhle?

Die Höhle liegt unterhalb des Gottesackers; der Gottesacker liegt unterhalb des Hohen Ifen, der Hohe Ifen wird irgendwie immer zum Kleinwalsertal gezählt. Der Zugang zum Schneckenloch liegt aber nicht auf der Seite des Kleinwalsertals, sondern „auf der anderen Seite“ des Ifens.

Startpunkt des Schneckenloch-Ausflugs ist Schönenbach. Schönenbach ist eine Ansammlung von x Hütten, die in einem wunderschönen Tal verstreut liegen. Zwischen den Häusern laufen Kühe und Ziegen völlig frei umher, was auf Stadtmenschen sicherlich befremdlich wirken kann. Am besten zoomst du dich mal durch die Karte hier:

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Der Wanderparkplatz liegt etwas außerhalb und markiert quasi das Ende einer mautpflichtigen Straße, die man nach ca. 1:30h von Friedrichshafen aus passiert. Die Maut in Höhe von 3€ wird an einer kleinen Hütte von einem etwas betagten Mann eingetrieben. Zu dieser Mautstraße kommt man am besten, wenn man von Bregenz in Richtung Dornbirn fährt und an einem großen Kreisel gen Bezau abbiegt. Die Autobahn muss man übrigens nicht benutzen! Wir durchquerten Alberschwende und erlebten in Reuthe den einzig kniffligen Moment, als wir die richtige Ausfahrt verpassten.

Wie kommt man in das Schneckenloch?

Die Höhle ist nur mit Führer zu begehen. Sicher kann man auch auf eigene Faust losziehen, was aber nicht empfehlenswert ist. Schon gar nicht für ungeübte und unerfahrene Höhlenforscher. Es gibt einige Stellen in der Höhle, die echt tricky sind und wo ein erfahrener Höhlenführer genau das richtige ist, was man braucht.

Für die Schneckenloch-Höhle bucht man am besten Herrn Heinz Rhomberg; und zwar über die Seite schneckenloch.at. Auf der Seite gibt’s neben Bildern aus der Höhle auch einiges Wissenswertes zur Höhle selbst.

Was braucht man für die Führung durchs Schneckenloch?

Auch wenn man die Infos bei der Buchung einer Höhlenführung eh bekommt hier noch mal in Kürze die Ideal-Standard-Ausrüstung für Schneckenloch-Begeher:

  • Festes Schuhwerk (am besten mind. knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle. Echt – ohne gescheite Schuhe kannst du dir die Tour schenken!)
  • Wechselklamotten (Hose, Pullover, T-Shirt, Jacke, Schuhe) Das Höhlen-Outfit wird garantiert so eingesaut, dass man über Wechselsachen froh ist.
  • Futter und Trinken (Es gibt zwei Pausen auf der Tour: vor und nach der Höhle und etwas Trinken und zu Essen tut wahrlich gut)
  • Helm (Fahrradhelme gehen auch!)
  • Handschuhe (wir hatten Gartenhandschuhe und die erfüllten ihren Zweck voll und ganz.)
  • Stirnlampe (aber die gibt’s notfalls auch von Herrn Rhomberg)

Was ist das Schneckenloch eigentlich für eine Höhle?

Das Schneckenloch ist die größte Höhle Vorarlbergs und liegt im Inneren eines Karstgebirges. Karstgebirge bestehen aus Kalkstein, Kalkstein ist ziemlich undicht gegenüber Wasser und letzteres sehr ausschlaggebend für eine anständige Höhlenbildung. Ganz genau erfährt man das im Laufe der Tour von Herrn Rhomberg, der immer wieder wissenswerte Informationen und Geschichten erzählt, die sehr interessant und unterhaltend sind.

Schneckenlochhöhle
Die Schneckenlochhöhle – größte Höhle in Vorarlberg. Durch dieses finstre Loch kommt man in die Schneckenlochhöhle. Man kommt da auch wieder raus! Jeder. :)

Das Schneckenloch mit seiner über 3500m langen Ausdehnung (inkl. Seitengänge) gilt seit 1955 als „erdwissenschaftliches Naturdenkmal“. Die wesentlichen Besonderheiten der Höhle sind die große Halle mit dem Wächter, die Windlöcher sowie der Wasserfall mitten in der Höhle. Auch die kleine Klettereinlage ist nicht ohne; doch dazu mehr im zweiten Teil der Artikelserie.

Und woher hat die Schneckenloch-Höhle ihren Namen?
Es gibt eine „offizielle Erklärung“ und eine inoffizielle. Offiziell hat die Höhle ihren Namen vom Schneckenwald, in dem sie liegt. Es rankt sich jedoch eine Legende um die Entstehung des Namens. Diese zu erzählen obliegt Herrn Rhomberg und deshalb plaudere ich das jetzt nicht aus.

Eines sei vorweg gesagt: ein Ausflug zum Schneckenloch inklusive Begehung ist ein Tagesausflug. Man sollte nicht komplett unsportlich sein, ein wenig Mut mitbringen und sich überwinden können. Aber es bleibt immer im Rahmen und die Höhle samt dem drum herum ist für jeden schaffbar. Auch wenn man am Ende ziemlich geschafft ist.

Ein kleines Fazit zur Schneckenloch-Höhle vorweg

Bevor ich im nächsten Teil der Schneckenloch-Artikelserie zur Schilderung unseres Ausflugs komme, möchte ich den Initiatoren des Ausflugs für die Einladung danken. Der Tag war großartig. Ich war noch nie auf diese Art und Weise in einer Höhle unterwegs und ich würde es heute vermissen. Das Erlebte beschäftigt mich und meine Familie noch Tage danach. Immer wieder gehen die Gedanken zur Höhle, werden Episoden des Tages erzählt. Wenn du die Möglichkeit hast, ein paar Leute für die Schneckenlochhöhle zu begeistern – dann nutze die Chance. Auch und gerade mit Kindern (ab 7 Jahre …). Die haben ihren ganz besonderen Spaß in der Höhle. :)

Der ganze Tag war rundum gelungen. Und das sage ich trotzdem ich seit dem einen Muskelkater habe, der sich gewaschen hat. In so ziemlich jedem Muskel. :)

Im folgenden Artikel habe ich den Ausflug in die Schneckenlochhöhle mal zusammengeschrieben … Viel Spaß beim Lesen.

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