Teddys erste Nacht – Wo schläft ein Hund?

Vier Tage ist Teddy nun schon unser Hund. Oder sind es fünf? Sechs? Die Zeit vergeht wie im Fluge, und es scheint, als hätte sie mit Teddy noch einen Zahn zugelegt. Ich werfe in diesem Artikel einen Blick auf die vergangenen Tage und erzähle ein wenig über unser Zusammenleben mit einem Hund.

Jetzt weiß ich es wieder: die erste gemeinsame Nacht mit Teddy war die vom Samstag auf den Sonntag. Da sieht man wieder mal zu welche gigantischen Gedächtnisleistungen ein Mensch in der Lage ist, wenn er versucht einen Text zu schreiben.

Teddy liegt auf seinem Lieblingsplatz, pennt und wartet darauf geknuddelt zu werden.

Wo schläft der Hund? – Am liebsten auf dem Sofa. Tagsüber. Nachts dann neben dem Ehebett im Schlafzimmer.

Wir durften gleich am ersten Tag feststellen, dass Teddy kein Alleinhund ist. Uns ging auf, dass er sich am wohlsten fühlt, wenn er mit Menschen zusammen ist. Nah. Ganz nah. Dieser Wesenszug deutete sich tagsüber an: er ließ sich nach herzenslust zusammenknuddeln. Ein Nichtaushaltenkönner inpunkto Liebhaben ist Teddy. Und außerdem hat Teddy ja bereits eine Vorgeschichte als Hund eines Obdachlosen. Der ist die ultimative Nähe zum Menschen gewöhnt. Der kennt gar nichts anderes und … er hat bereits eine Erziehung genossen. Eine Erziehung die unübersehbar ist. Die uns als quasi totale Hund-Newsbies den Umgang mit ihm entscheidend erleichtert.

Am Abend des ersten Teddytages stellte sich uns überraschend eine bis dahin verdrängte Frage: Wo schläft Teddy eigentlich? Wir hatten urspünglich im Wohnzimmer die Ecke vorgesehen, welche normalerweise durch Robbie – unseren Saugroboter – okkupiert wird. Es ist eine gute Ecke zum Schlafen. Es war ein guter Plan. Leider völlig daneben. Weil er unsere Nähe förmlich suchte, bastelte meine Frau ihm oben im Flur eine Schlafecke. Sein Kissen, was wir auch bekommen hatten und seine Decke. Da sollte er schlafen .. irgendwie in unserer Nähe und doch irgendwo für sich. Plan B schien ein guter Plan zu sein. Meine Frau ging recht früh zu Bett und ich schaffte den ganzen Abend am Rechner.
Ich glaube so gegen halb Eins machte ich dann alles duster und tappte nach oben in Richtung der Schlafgemächer. Ich war gespannt, wo ich Teddy finden würde. Oben war alles dunkel. Also knipste ich das Licht an, tippelte leise wie ein fußlahmer Elefant die Treppe nach oben, bog um die Ecke in Richtung Schlafzimmer und sah Teddy in der Schlafzimmertür erscheinen, wo er mir einen neugierigen Blick zuwarf. ‚Aha.‘, ging es mir durch den Kopf. Warum ich das dachte, weiß ich nicht mehr. Vermutlich war ich viel zu müde, um noch großartig was anderes zu denken. ‚Aha.‘ war wohl die höchste Leistung, zu der ich noch fähig war. Teddy verschwand wieder im Schlafzimmer und ich dackelte hinterher. Da lag er … im Bett. Auf der Decke unter der meine Frau schlief. Es schien ihm dort zu gefallen. Ich konnte mir aber so gar nicht vorstellen, das Nachtlager mit einem Hund zu teilen. Nicht mal mit meinem! Mit unserem, pardon! Ich setzte eine entschlossene Miene auf und bedeutete ihm, dass er sich aus dem Bett schaffen solle. Er sprang auch heraus und folgte artig meinem Finger, der ihm den Weg zu seinem Kissen im Flur wies. Teddy ignorierte das Kissen mit seiner ganzen Geisteskraft. Es war ihm schnuppe. Leicht irritiert schaute er mich an. Ich musste aufs Klo. Das sagte ich ihm aber nicht. Statt dessen fand eine zweite Lagerstätte neben dem Schlafzimmerfenster. Hatte meine Frau ihn etwa dorthin quartiert? Hmmm. Ich lockte ihn dorthin und er legte sich auch brav nieder.

Endlich … Ich richtete mich für die Nacht und schlich zum Bett. Es war besetzt! Teddy hatte es sich auf meiner Decke bequem gemacht und schaut mich leicht belustigt an. Das ist ja ein Ding. Das geht ja gar nicht! Ich wies ihn energisch an, mein Bett zu verlassen! Was er auch tat! Er legte sich gleich neben das Schlafzimmerfenster und blieb dort liegen.

Licht aus!

Ins Bett kriechen. Zudecken. Aaaaaahhhhhh.

Hörte ich da ein tapp, tapp, tapp? In Gedanken ging die Dauer einer grauenvollen Nacht durch, welche ein nachtaktiver Hund produzierte. Auf unserem Korkboden ist Teddy besonders gut zu hören: tapp, tapp, tapp. Tapp, tapp, tapp, tapp. Ich lauschte. Nichts. Da fiel meiner Frau ein, sich auch noch mal aus dem Bett zu schälen und .. naja. Was Menschen halt so manchmal müssen. Teddy hoch erfreut über Abwechslung tappte mit. Ein paar Minuten später kamen die beiden zurück und …. Plumps. Teddy war gleich wieder aufs Bett gesprungen und schickte sich an, die Ritze für sich zu beanspruchen. Hohooo! Mit der Entschlossenheit, die nur zwei müde Menschen zustande bringen, verwiesen wir Teddy des Bettes und macht ihm noch einmal in aller Deutlichkeit klar, dass sein Platz nicht im Bett selbst, sondern an dessen Fußende in der Nähe des Fensters ist. Teddy verstand und legte sich wieder dort hin.

Ruhe. Schlafen. Schön.

Aber meine Sinne waren zum Zerreißen angespannt. Was würde Teddy als nächstes machen? Würde er warten bis wir schlafen und ich finde ihn wieder auf dem Bett? Würde er rastlos durch das Obergeschoss wuseln? Immerhin war das seine erste Nacht in unserem Haus. An seinem ersten Tag! Für ihn war das alles auch furchtbar neu!
Ich lauschte immer wieder und weil ich nichts hörte, grübelte ich darüber nach, ob es tapsgeräuschemachende Hunde schaffen, unhörbar auf leisten Sohlen herumzuschleichen. Vielleicht bilden sich nachts so eine Art Luftkissen unter den Sohlen? Ich rechnete jeden Moment mit diesem offenbar charakteristischen Plumps, den ein aufs Bett springender Hund erzeugt. Aber nichts geschah. Und irgendwann schlief ich sogar ein.

Ich bekam nicht mit, dass meine Frau gegen 2Uhr mit Teddy draußen war, weil sie meinte, er müsse seinen Geschäften nachgehen. (Was er wohl auch tat!) Ich wachte nur früh, eine halbe Stunde vor meinem Wecker auf, der sowieso nicht klingeln würde, weil Sonntag war. Die Kids waren bereits aufgestanden, um mit Teddy einen Morgenspaziergang zu machen. Teddy lag zu dem Zeitpunkt nicht im Bett. Teddy lag auf seiner Decke. War er die ganze restliche Nacht dort geblieben? Es schien fast so. Ich war erstaunt. Hatte er wirklich begriffen, dass das sein Schlafplatz sein sollte? So schnell? Nicht das ich mich darüber beschweren will; ich war im Gegenteil sehr erfreut! Ein blitzgescheiter Kerl von Hund, oder?

So endete die erste Nacht. Für Teddy brach der erste komplette Tag mit unserer Familie an und es sollte ein schöner Tag werden. Mit viel Schmuseeinheiten und viel Bewegung. Aber das erzähle ich in einem weiteren Artikel. 🙂

PS: Das Bild entstand gerade eben. Teddy liegt auf seinem Lieblingsplatz, pennt und wartet darauf geknuddelt zu werden. 🙂

2 Antworten

  1. Huskynarr sagt:

    Hey, ich lese schon lange deinen Blog, aber dein Hund ist echt knuffig.
    Wir hatten das Problem, das wir ihn erst erziehen mussten.
    Glücklicherweiße war unser erster Hund auch so anhänglich.

    Ich denke es dauert nicht mehr lange und er ist ein anerkanntes Familienmitglied.
    Auch wenn er „nur“ ein Hund ist, sind die sehr einfühlsam und mögen genauso bestimmte Dinge mehr oder weniger.
    Wie du schon schreibst, möchte er nicht alleine sein und sucht die Nähe.

    Ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge wenn man die ersten Macken und eigenarten sieht.
    Besser erkennbar ist das bei 2 Hunden, denn sie sind wie einzusätzliches Kleinkind, viel aufmerksamkeit, immer am rumbellen wenn sie sich zoffen und lauter solche Kleinigkeiten die Anfangs nicht auffallen. 🙂

    Wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit Teddy.

    • Themenmixer sagt:

      Hey, danke für deinen Kommentar. Ja – so plötzlich mit Hund bricht eine spannende Zeit an. Wir werden sehen wo sie uns hinführen wird. Aber wir sind guter Dinge, dass es eine schöne Zeit wird.

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