Weltrekord!

[Friedrichshafen, 14. November 2013] Am Abend des 13. November 2013 fiel in Friedrichshafen am Bodensee eine historische Marke. Ein neuer persönlicher Weltrekord im „Mit dem Rad zur Arbeit fahren“ wurde aufgestellt. Der bis dahin existierende alte Weltrekord des Profi-Büroradlers Jörg Dutschke stammte noch aus dem letzten Jahr. Ende Dezember 2012 meldete er das erreichen sagenhafter 5000km und schraubte in den letzten Stunden des vergangenen Jahres die Rekordmarke auf 5118 von ihm selbst in einem Jahr gefahrene Radkilometer. „Ein Rekord für die Ewigkeit!“, erinnert sich Jörg Dutschke noch heute an den bewegenden Moment, als er das dritte Jahr in Folge den persönlichen Rekord verbessern konnte.

Heute, mehr als eineinhalb Monate vor Abschluß des Jahres 2013 steht fest, dass die Ewigkeit wohl noch nicht so lang sein kann. Als Jörg Dutschke am gestrigen Abend aus dem Sattel stieg und seinen Blick auf den SIGMA-Fahrradcomputer warf, staunte er nicht schlecht. Die Anzeige der Gesamtkilometer stand auf 5120.

„Ich danke Freddy, meinem Centurion Crossbike, für die treuen und sagenhaften Dienste, welches es mir dieses Jahr geleistet hat. Ohne Freddy würde ich Bahn fahren und niemals im Traum daran glauben, jemals den persönlichen Weltrekord im Radfahren knacken zu können. So viele Kilometer bin ich auf dieser Welt noch nie in einem Jahr gefahren!“, dankte Jörg Dutschke seinem Rad und schloß es liebevoll an.

Crossbike Centurion Cross Line 600

Freddy ist ein Crossbike Centurion Cross Line 600

Auf die Frage, wieviele Kilometer er denn glaube, 2013 noch zu fahren, zuckt er nur mit den Schultern. „Das kommt auf das Wetter an und wie lange Freddy noch gesund ist. Mental und physisch fühle ich mich stark genug, um bis zum Jahresende weiter zu fahren.“

„Kann der Weltrekord 2013 noch auf 6000km geschraubt werden?“

Ein zögerndes Kopfschütteln. „Das wird nicht machbar sein. Kommenden Monat erhöhe ich zwar die Anzahl der Tageskilometer noch einmal, aber – und das ist der Knackpunkt – am Ziel der Morgenetappe wartet dann keine Dusche mehr. Ob ich es den neuen alten Kollegen dann zumuten kann, wenn ich durchgeschwitzt den Tag im Büro sitze, vermag ich noch nicht zu sagen. Außerdem fahre ich nicht wenn Schnee und Eis weite Teile meiner Radstrecke bedecken. Das habe ich letztes Jahr einmal probiert und feststellen müssen, dass es lebensgefährlich ist.“

Woran erinnert sich der Erfinder des Heldenwindes, der auf Twitter unter dem Pseudonym @Themenmixer oft den HashTag #mitdemRadzurArbeit benutzt und somit ganz Twitterworld an seiner Tapferkeit teilhaben lässt, wenn er an die Radsaision 2013 denkt?

„Die Fahrradsaison 2013 überraschte mich gefühlt oft mit Rückenwind. Rückenwind ist das Gegenteil von #Heldenwind! Normalerweise fahre ich bereits morgens gegen mehr oder weniger ausgeprägten Heldenwind. Wer denkt, dass sich das zum Abend hin dann ausgleicht und ich mit Rückenwind nach Hause fahren kann, der irrt. Meistens dreht der Wind und ich darf am Ende des Tages während der Heimetappe erneut gegen den Heldenwind wettern. Das hat sich seit Jahren nicht geändert. Nur dieses Jahr war das gefühlt weniger oft der Fall. Ich beklage mich nicht darüber.“

Und welche spannenden Momente wurden nicht vom Winde verweht?

„Da ist natürlich der legendäre Reifenplatzer im Frühjahr, der mich fast das Leben kostete. Nur unter Einsatz aller Superkräfte und mit Hilfe von brachialem Überlebenswillen hatte ich es geschafft, dem Radlertod von der Schippe zu springen. Dann gab es da noch das mörderische Reh, welches mich nur knapp verfehlte. Ansonsten gibt es nicht viel Berichtenswertes. Routiniertes Radfahren ist nicht sexy. Aber wenn etwas wichtiges passiert, dann schreibe ich darüber.“

Wie – ein schreibender Radfahrer?

„Ja, aber nicht während der Fahrt! Ich habe im Internet eine kleine Rubrik, ein kleines Onlinetagebuch, in welches ich wichtige Eintragungen mache. Ich habe es Freddy gewidmet. Freddy schreibt aber nicht selbst. Doch da kann man mitlesen, wenn es etwas neues um unsere Weltrekordversuche gibt. Ich kann nur empfehlen, hin und wieder dort vorbeizuschauen. Wenn ich es jemals schaffe, den persönlichen Weltrekord im „Mit dem Rad zur Arbeit fahren“ auf 6000km zu schrauben, dann wird es dort veröffentlicht. Und auf Twitter, Facebook und Google+ auch. Das kann ich versprechen. Doch zunächst wird wohl am Jahresende eine neue Zahl über dem Horizont des Bodensees flimmern: der neue Weltrekord, welcher irgendwo jenseits der 5120km zu finden sein wird. Wo? Keine Ahnung, aber ich arbeite daran.“

Und damit zurück zur Redaktion. Oder ins Studio. Oder wohin auch immer.

[Update: Der Twitter-Hashtag #mitdemRadzurArbeit ist wohl irgendwie überholt. Wie ich heute lernen durfte sagt man jetzt #biketowork …)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.