Triberger Wasserfälle

Aus einem uralten Urlaubsbericht, der meiner Feder entsprang: Die Triberger Wasserfälle!

Eines Morgens rafften wir uns trotz billiger Morgenwettertrübsal auf und wollten die Triberger Wasserfälle besuchen. Deutschlands höchste Wasserfälle. Tja … Je weiter wir dem Ziel Triberg kamen, desto dichter wurde das Himmelgebräu, welches sich von selbigen herabstürzte. Sauwetter in Reinkultur. Ca. 7km vor Triberg stand die Entscheidung fest: Umkehr. ’s lohnt einfach nicht bei dem Pisswetter an einem Wasserfall entlang zu stiefeln. Egal wie hoch der ist.
5km nach der Umkehr hörte es dann auf zu Regnen. Die logische Folge: Umkehr von der Umkehr. An diesem Tage sollten wir Furtwangen recht häufig kreuzen.

Doch schließlich erreichten wir die Wasserfälle. So ein wildes Herunterrauschen recht extremer Wassermengen hat schon was. Aber ich hatte den Eindruck, dass die wahre Attraktivität auf einem ganz anderen Sektor zu finden war.
Bereits am Eintritt, der recht günstig ist (1,30 EUR), gabs nämlich noch Erdnüsse zu erstehen. Der Grund dafür purzelte bereits wenige Meter nach dem Entree durchs Unterholz: Einhörnchen. Diese putzigen Viecher tummeln sich zu Hauf durch das die Wasserfälle begrenzende Holzwerk. Es gibt fast mehr Eichhörnchen als Touris. Ja – es dürfte Tage geben, wo die Eichhörnchen wahrscheinlich die Touristen füttern, statt umgekehrt. Könnte ich mir recht gut vorstellen. Noch ein weiterer putziger Gesell zeigte sich gleich am Anfang: ein Tannenhäher. Ein ziemlich gleichgroßer, aber nicht so farbenprächtiger Verwandter des Eichelhähers, der auch dort anzutreffen war.

Nun – was gibts noch zu den Wasserfällen zu sagen. Also … es … naja … viel Wasser rutschte den Berghang in kleineren Kaskaden hinunter. Und noch mehr Wasser. Und noch mehr. Immer wieder bestaunt von neugierigen Erdlingen, die – wenn sie von oben nach unten wanderten – gleich außerhalb in eines der zahlreichen Etablissements fielen, die mit Black Forrest Cakes warben.

Das Wetter war wie gesagt bescheiden und die Zeit aufgrund des ziellosen Umherirrens im Vorfeld unseres Triberg-Besuchs auch schon vorangeschritten. Eins mußten wir uns aber noch ansehen: das Haus der tausend Uhren. Schwarzwald = Kuckucksuhr. Logisch. Einfache Binsenweisheit. Plus kaufwütige Amerikaner. Ich durfte live dabei sein, als ein Amipaket geschnürt wurde; so richtig mit CDs, Uhr, Karten etc. Die Verkäuferin klamüserte den Überseeindianern im geläufigen undeutsch die Formalitäten auseinander, die wohl bei der Ausfuhr von Gefahrengut (Trifft das für Kuckucksuhren zu?) zu beachten, erstatten und auf die Schlußrechnung zu bringen sind. Der ganze Kladderadatsch würde dann per Post gen Amiland geschickt.

Indess wir uns die zahlreichen Vogelheimstätten ansahen.
Dabei fiel uns eines immer mehr auf: Es fehlte was. Und wir wurden auch nach intensiver Suche nicht fündig. Es gibt sie offenbar wirklich nicht: die digitale Kuckucksuhr.
Gefragt haben wir nicht. Aber vielleicht holen wir das später mal nach.

Tja … das waren die Triberger Wasserfälle.

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