Wir haben einen Ofen

Endlich haben wir es geschafft, uns auf ein Heizsystem festzulegen. Eine entscheidende Rolle kam dabei unserem Architekten zu, denn dieser machte uns auf einen Ofenhersteller aufmerksam, der gerade ein Jubiläumsangebot laufen hat. Grundsätzlich empfahl uns unser Architekt folgendes System:

  • Heizen mit einem Ofen im Erdgeschoß
  • die Ferienwohnung bekommt einen eigenen kleinen Ofen
  • Warmwasser wird mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Keller erzeugt

Er selbst heizt in seinem Holz100-Haus auch nur mit einem Ofen und kam letzten Winter mit einem Ster Holz aus.

Der schweizer Hersteller Tonwerk AG hat gerade ein Jubiläumsangebot am Laufen. 1000€ weniger sollen deren T-ONE STONE-Speicheröfen kosten. Ein Superangebot für wirklich zeitlos schöne Öfen:

Also kontaktierten wir Tonwerk und bekamen einen Kontakt in Tettnang vermittelt. Gestern hatten wir den Termin bei Wolfgang Straub, dem Ofenbauer.

Nachdem wir das Domizil von Herrn Straub gefunden hatten, was sich durch Feierabendstaus ziemlich hinzog, diskutierten wir zusammen unsere schwammigen Vorstellungen eines Ofens. Immerhin waren wir anfangs von einem Grundofen ausgegangen, hatten dann auf ganz neue Technologien geschielt und waren am Ende so konfus, dass wir gar nicht mehr wußten wo es langgehen sollte.

Wir legten die Berechnung des Wärmebedarfs vor und dann ging es los … Herr Straub überlegte hin und her und wir redeten über gemauerte Öfen und darüber, wie wir Wärme ins Obergeschoss bekommen könnten. Denn da hatten wir ja eigentlich Infrarotpanels angedacht. Zur Unterstützung! Aber irgendwie kam Herr Straub damit gar nicht zurecht. Die Stromkosten würden uns auffressen. Warum nicht einen zweiten Ofen im Obergeschoss? Aber zweimal anfeuern und steuern? Außerdem müssten wir ein ausgeklügeltes Be- und Entlüftungssystem installieren. Wegen der Feuchtigkeit.
Wir schauten bestimmt nicht glücklich aus zu diesem Zeitpunkt. Das Gefühl, dass unser geplantes Haus eine Energieschleuder war, raubte unseren Enthusiasmus.

Ich selbst hatte die Berechnungen bisher nur überflogen. Ich verlasse mich dabei auf unseren Architekten. Daher konnte ich kaum was genaues beisteuern.

Und dann … plötzlich hellte sich die Miene unseres Ofengurus auf. „Die 12,4KWh sind ja der Jahresbedarf!“, stellte er erleichtert fest. Er rechnete kurz im Kopf komplizierte Gleichungen und kam auf das für ihn überraschende Ergebnis, dass wir zum Heizen ungefähr pro Tag eine Kerze bräuchten.

Ich war baff.

Damit würde der T-Stone von Tonwerk absolut ausreichend sein, um unser Erd- und Obergeschoss zu heizen! Um die Wärme nach oben zu bekommen werden wir auf uralte Technologie zurückgreifen. Eine Technik, die bereits in alten Klöstern eingesetzt wurde: In der Decke zum Obergeschoss gibt es gleich über dem Ofen eine Bodenklappe, die geöffnet werden kann. Wärme staut sich nämlich immer oben an der Decke. Heizen wir im Erdgeschosse den Ofen hoch, wird sich dieser Wärmestau an der Decke ausbilden. Mittels einer einfachen Lüftungsklappe wird diese Wärme nach oben in den Flur geleitet und kann sich dort über die Wohnebene ausbreiten. Dafür ist nicht mal irgendwas zu beachten, denn wir reden hier nur von Raumluft! Keine Abgase des Ofens oder so. Einfach nur warme Raumluft!

Wir waren alle drei begeistert!

Unser anfänglich bevorzugter Grundofen wäre der Tod gewesen: wir würden völlig überheizen. Solche Träume kommen davon, wenn man keine Ahnung hat.

Blieb noch das Thema Warmwasser.
Hier würde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe völlig ausreichend sein. Die frisst aber im Laufe der Zeit massig Strom weg. Wenn es uns aber gelingt, den Wärmepumpenstrom über Photovoltaik zu erzeugen und dann tagsüber mittels der Wärmepumpe einen ausreichend dimensionierten Pufferspeicher aufzuheizen – na dann wären wir der fast kompletten Unabhängigkeit von anderen Energielieferanten ein großes Stück näher. Aber das müssen wir noch planen. Photovoltaik hatten wir schon angedacht, aber ob der Kosten dies erstmal nur mit eingeplant. Die Anschlüsse etc. werden bereits beim Bau mit berücksichtigt. Ob dann die Knete noch für ein paar qm-Solarpanele reichen wird, werden wir sehen. Dann wird dies aber umgehend umgesetzt. Denn, so sagte Herr Straub, der Strombedarf ist unsere einzige Energiesorge. Alles andere ist kein Problem.

Tja … nach über einer Stunde in einer sehr netten Runde zusammen mit Herrn Straub, bestellten wir den Ofen. Es ist gebongt. Es wird ein T-ONE STONE mit Specksteinwänden. Er wird wunderschön aussehen. Ganz sicher ein echter Hingucker!

Der T-ONE STONE (Quelle: Tonewerk AG)

Der T-ONE STONE begeistert durch seine gerade Form und zeitlose Ästhetik. Ob mit einer Wandverkleidung aus Sichtbeton, Speckstein oder Gussstein – der T-ONE STONE wirkt immer schlicht und elegant zugleich. Dafür sorgen seine moderne, kubische Form und die durchgängige, schnörkellose Glasfront. Mit einem besonderen Backaufsatz lässt er sich im Handumdrehen zum «Gourmet-Ofen» ausbauen. Schon mit einer Holzladung kann er dann nicht nur über 6 Stunden behagliche Strahlungswärme abgeben, sondern gleichzeitig Brot, Pizza oder Kuchen backen.

  • Wärmeabgabe über 6 h
  • Brenndauer 60-90 Minuten
  • Anteil gespeicherter Wärme über 60%
  • Feuerungstechnischer Wirkungsgrad 80%
  • Gewicht 200-225 kg

Alle Angaben beziehen sich auf 1 Ladung Brennholz von 3,5 kg

5 Antworten

  1. Herzlichen Glühstumpf zu eurem neuen Ofen und Danke für die Lösung. Ich habe grade das selbe Problem wie Ihr in meinem umgebauten Stall … Wie bekomm ich die Wärme nach oben? … Laut den Gesetzmäßigkeiten der Thermodynamik, Steigt warme Luft nach oben… Oh mein Studium hat ja doch nen praktischen Nutzen 🙂 … Das ist DIE Lösung und wie Einfach und wir wollten schon einen Bullerjan http://www.bullerjan.de/start.html einbauen, Danke dass Ihr Euch ein Haus baut 😀

  2. Themenmixer sagt:

    Hi Maurice, freut mich zu lesen, dass es hier sogar Anregungen für andere zu finden sind. Das wirft gleich ein helleres Licht auf die Seite. 🙂

  3. Alexandra Hunsicker sagt:

    Das würde uns möglicherweise auch helfen! Wie zufrieden seid ihr denn mit der Lösung? Wir leben in einer alten Schule ohne Zentralheizung, beheizen mit Einzelöfen und die frierende Mutter will nächsten Winter was Praktikableres.

    • Themenmixer sagt:

      Hi Alexandra,
      tja – die Frage müsste eher lauten: Wie zufrieden werden wir mit der Lösung sein? Eine verdammt gute Frage, deren Antwort wir leider noch nicht kennen. Wir müssen das erst erleben! Vorstellen können wir uns das sehr gut. Ob es ausreichen wird, wenn es mal lange so richtig kalt ist? Hmmmm. Du kannst dir sicher sein, dass ich darüber berichten werde. 🙂
      Viele Grüße vom Bodensee
      Jörg

  1. 10. April 2013

    […] Küche kommt. Die Türen zur Terrasse, das große Fenster neben dem Esstisch, der Platz für den Ofen. Fein, fein. Bemerkenswert an dieser Stelle sei gesagt, dass die Wände an den Außenseiten so […]

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