Google Publisher Plugin für WordPress oder: Die Crux mit dem PageSpeed

Ich glaube gestern war’s, dass im neuen Newsletter von Google AdSense stand, dass Google ein Plugin zur Verfügung stellt, um damit sein WordPress-Blog mit den Google Webmastertools (GWT) und Google Adsense (GA) zu verbinden: das Google Publisher Plugin für WordPress. Alles natürlich in der Beta-Phase. Also Nutzung auf eigene Gefahr.

Ich konnte die Finger nicht davon lassen. Wenn ich gewußt hätte …

Obwohl mir gestern Abend schon gegen 20Uhr die Augen schier zugefallen sind, habe ich mich vor dem Schlafengehen so gegen 22Uhr kurz vor die Kiste geworfen und meine Mails gelesen. Da war dieser Newsletter vom Google-AdSense-Team und der Hinweis auf diese Beta-Version eines sicher interessanten Plugins. Ich war neugierig geworden und zückte das Admin-Board der Bodensee-Shops. (Achtung: Update am Ende des Artikels!) Klickediklacker … das Plugin war schnell installiert. Ich wollte mir das mal eben schnell ansehen und testen.

Die berühmten letzten Worte des ITlers: Ich check das mal eben schnell …

Nach der Installation des Google Publisher Plugins für WordPress musste ich das Plugin mit meinem Google-Konto verpluggen. Das ging über einen Buttonklick erstaunlich reibungslos über die Bühne.

Das Google Publisher Plugin findet man in den Einstellungen in seinem WordPress-Dashboard. Das sieht nach der Verpluggung (ich find das Wort einfach pluggig), dann so aus:

Einstellungen des Google Publisher Plugins für WordPress

Einstellungen des Google Publisher Plugins für WordPress

Für eine Einstellungsseite sieht das mal recht übersichtlich aus.

Ich klickte auf den Button “Anzeigen verwalten”. Daraufhin verblasste meine Seite und ein Layer verkündete, dass meine Seite nun geprüft werden. Prompt kam nach wenigen (aber irgendwie endlosen) Sekunden eine Fehlermeldung:

Hoppla - das Google Publisher Plugin

Hoppla – das Google Publisher Plugin gerät beim Analyisieren ins Stolpern. Naja – Beta halt, was?

Ok – das kann ich verschmerzen; nicht umsonst wird Google hinter den Plugin-Namen das “Beta” geschrieben haben. Also nehme ich die Option war und versuche es erneut … Wieder wird getestet und analysiert und dann …

Zu langsam: meine Seite ist für das Google Publisher Plugin zu langsam

Zu langsam: meine Seite ist für das Google Publisher Plugin zu langsam

Mooooment mal. Mein letzter Test mit dem PageSpeed-Tool von Firebug war doch nicht sooo schlecht, oder? Ich klicke neugierig auf den Link zu den PageSpeed Insights und harre der Dinge die da kommen mögen. In Gedanken klemmte ich meine Augenlider nach oben und tackerte sie an den Brauen an. Mir schwante bereits, das das mit dem “mal eben schnell ansehen” nix wird.

Google PageSpeed Insights robotete ein paar Sekunden herum und bescheinigte mir grottenschlechte Werte: Angeblich sei meine Serverantwortzeit bei knapp über 4sec. Das ist viel, viel, viel, viel zu langsam und deshalb könne ich das mit dem Plugin vergessen. Ok – so genau stand es nicht da, aber wir wurde klar, dass ohne ausreichend fixe Seite kein Zusammenkommen mit dem Google Publisher Plugin stattfinden würde.

Ich machte den PageSpeed-Test erneut und schaute mir die Analyse genauer an:

“Antwortzeit des Servers reduzieren
In unserem Test hat Ihr Server innerhalb von 3,6 Sekunden geantwortet. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die die Antwortzeit Ihres Servers hinauszögern können. Lesen Sie unsere Empfehlungen, um mehr zu den Möglichkeiten der Überwachung und Messung von Serverzeiten zu erfahren.”

Soso … dazu noch blockierende JavaScripts und CSS-Dateien … hach. Kotz.

Ich nahm mein WordPress unter die Lupe. Während ich einfach munter weiter die Analyse des Publisher Plugins aufrief und mich dabei stets zwischen “Hoppla” und “Du lahme Krücke” hin- und her bewegte, suchte ich nach den Bremsen im WordPress. Da war wieder mal das leidliche Thema, dass JQuery im Header geladen wurde. Ich kann mich aber daran erinnern, dass ich Tod und Teufel in Gang gesetzt hatte, um das Laden von JavaScript vom Header in den Footer zu verlagern. Woher kam nun dieses blöde Script wieder? Ich schaute mir den ausgelieferten Quelltext an: da war’s – http://ajax.googleapis.com/ajax/libs/jquery/1.7.1/jquery.min.js im Head-Bereich. Ein Netzwerk-Check mit Firebug förderte einige kByte zu Tage, die das Teil schwer war. Brauchte ich das überhaupt? Immerhin arbeite ich nicht mit Slidern oder sonstigen Gimmicks.
Ich suchte in den Plugins, welcher Schlingel das Script einschleuste. Nichts. Häh?
Ich suchte im Theme .. und siehe da, in der functions.php wurde das Javascript geladen. Ich kommentierte den Aufruf einfach aus. Weg damit.
Upload der funcktions.php per FTP und dann mal die Seite aufrufen, ob noch alles geht.
Es geht. Prima.

Wieder Firebug-PageSpeed auf die Seite loslassen: 93/100 Punkten … GEHT DOCH!

Frohen Mutes startete ich die Settings des Google Publisher Plugins wieder und damit die Analyse … Hoppla! Orrrrrrrr. Da Firebug noch immer lief sah ich, dass die Analyse in einen 500er Serverfehler gerannt war und dies auch immer wieder machte. Ich versuchte es erneut … Wieder der PageSpeed-Hinweis. Wieder die Serverantwortzeit; nur das Gemeckere wegen dem JavaScript war weg. Dafür wurden aber noch die StyleSheets angemosert. Warum eigentlich?
Ich habe Cachify am laufen! Nur – Cachify kann mit dem direkt in der header.php eingebundenen Stylesheet offenbar nichts anfangen. Hmmm.
Ich suchte nach einem CSS-Minimizer und stieß auf Better WordPress Minify, mit dem ich die CSS-Datei einfach direkt “minimierte”. Ein Aufruf der erzeugten Datei brachte tatsächlich zu Tage, dass alle Leerzeichen und Kommentare etc, aus der CSS-Datei verschwunden waren. Alles hübsch komprimiert. Sehr schön. Gegenüber den 9kByte lud ich jetzt nur noch 6kByte – ein imenser Punktsieg für mich. o_O … Also wirklich – das kann es nicht sein.

Ich prüfte erneut mit den PageSpeed Insights und immer noch wurde die – nun komprimierte – CSS-Datei als “blockierendes Element” angemeckert. Ich glaube, das ist ein Bug im PageSpeed. Ich tu jetzt einfach so, als wäre das ein Bug und ignoriere diese Meldung.

Ich ignorierte sie bis zum nächsten Analyseversuch mit dem Googe Publisher Plugin. Dieses rauschte wieder in den “Du bist zu langsam – merkst du’s nicht?”-Fehler. Ich rief nochmal die Insights auf. Es war ja schon weit nach 23Uhr und vielleicht sank ja gerade die Serverlast. Welche Last eigentlich? Egal. Und auf einmal – ich traute meinen Augen kaum: kein meckern wegen zu langsamer Serverantwortzeit. Ich sprintete einen Firefox-Tab nach links und klickte die Analyse des Publisher-Plugins an .. und WOW … WOWO … WOW … Ich war drin.

Meine Seite wies etliche Marker im Stile von Google-Maps auf. Alles potentielle Lokations für AdSense-Werbung. Ich klickte auf der Startseite mal ein wenig herum. Gut – nach drei Blöcken war Schluß. Klar – die AdSense-Richtlinien erlauben nur 3 Blöcke ( + 2 Linkblöcke). In einem separaten Tab lud ich ein paar mal meine Seite neu und wenige Minuten später blinkten an genau den von mir vorgesehenen Stellen die Banner auf. Geil. Einfach.

Ich würde gern einen Screenshot davon zeigen, aber … dazu später mehr.

Oben links hat man ein kleines Auswahlmenü mit den (aus dem Gedächtnis abgeschrieben) Optionen: Startseite, Einzelseite, Kategorieseite, Archiv. (aus dem Kopf, weil … später …)
Ich wählte “Einzelseite” und das Plugin lud irgendeine wahllos herausgeriffene Artikelseite, welche mit den bekannten Markern markiert war. Wieder 3 Stellen ausgesucht und die Auswahl gespeichert. Auch hier wurden innerhalb kurzer Zeit AdSense-Werbeblöcke angezeigt. Nett.

Ich fragte mich, wie denn AdSense die Blöcke benennt und wie ich diese einem Chanel zuweisen kann. Statistik ist was feines, aber ich muss dann schon wissen, was ich auswerte. Leider gibt es keinerlei Eingriffsmöglichkeiten in das Plugin. Heute weiss ich, dass Google den AdSense-Bannern total kryptische Namen gibt, wie z.B. 5cc8bb31-6c4a-4ecd-8drc-13295af8e0ee.

Ich beschloß, Google einfach mal ein paar Tage damit machen zu lassen. Mal sehen was bei rum kommt. Bisher war ich mit meinen Einnahmen auf der Seite recht zufrieden. Die CTR meiner “manuell” eingefügten AdSense-Blöcke war aktzeptabel. Aber vielleicht schafft die Seite ja mehr, wenn Google mal selbst macht, dachte ich so bei mir.

Dann fiel mir auf, dass ich die Kategorie-Seiten noch nicht versorgt hatte …

Das war gestern kurz nach Mitternacht.

Ich habe die Kategorieseiten bis eben (23Uhr) nicht mit den Blöcken versehen können, denn ich kam bis auf das eine Mal nie wieder in die Anzeigenverwaltung rein. Statt dessen gibt es hundertfach den Performance-Fehler und tausendfach den Serverfehler.

Ich habe an den Bodensee-Shops geschraubt ohne Ende. Feintuning hier, Feintuning da. Die Serverantworten bleiben grottig. Ich habe verschiedene Male die Serverantwortzeit messen lassen; u.a. mit der Seite hier: http://toolbox.ultima-project.net/server/antwortzeit.html … Immer zwischen 70-80ms. Millisekunden!

Ich habe das Netzwerkmodul von Firebug genutzt. Und siehe da … Wenn ich die Bodenseeshops aufrufe, dann kommt als erstes eine Wartezeit von etwas mehr als 1sec. Dann werden 6 Elemente innerhalb wenigster Millisekunden geladen und dann wartet der Browser wieder um die 2sec bevor die nächsten Elemente geladen werden, was aufgrund derer optimierter Größe wahnsinnig schnell geht.

Aber warum wartet der Browser über 3 Sekunden? Warum?

Ich habe den Support von all-inkl.com gefragt. Aber bisher war die Antwort nicht zufriedenstellend, denn man schlug mir vor, das Netzwerkmodul von Firebug zu nutzen. Ja, was mache ich denn die ganze Zeit? (gut – das können die Jungs nicht wissen. Von daher war der Tipp ja richtig.) Ich frage jetzt aber mal nach, was es mit diesen ominösen Wartezeiten auf sich hat. Das riecht doch nach ner Serversache.

Übrigens: Wenn man die Google PageSpeed Insights über den Link aus der obigen Fehlermeldung aufruft, dann wird der Pagespeed-Test nicht mit der puren URL gemacht, sondern die URL bekommt ein paar Parameter angehängt. Löscht man diese von der URL weg und testet dann – ja dann ist das Ergebnis überraschend gut. (ich hatte schon an mir gezweifelt). Dann entspricht das angezeigt Ergebnis dem des PageSpeed-Moduls von Firebug und die Bodensee-Shops kommt für Desktop-Geräte auf 93/100 Punkten.

Ich sehe das jetzt so (um ein Ende zu finden): Der PageSpeed-Test mit den speziellen Parametern ist eine brutal verschärfte Methode des Testings. Google greift hier zu extremem (und in meinen Augen) unerfüllbaren Vorgaben, die meine Seite einfach nicht bringen kann. Das Google Publisher Plugin für WordPress ist eine wirklich nette Sache, wenn sie denn funktioniert. Das Problem des Plugins ist: hat man es mal geschafft, ein Anzeigen-Setup zu machen, dann hat man u.U. wenig Chancen, dies wieder zu ändern. Es sei denn, man deaktiviert das Plugin wieder.
Ich beobachte das jetzt noch zwei, drei Tage, auch wenn die Einnahmen erst einmal um knapp 40% niedriger liegen als sonst. Wenn sich nicht viel tut, schmeiße ich das Plugin wieder raus und warte darauf, dass das “Beta” wegfällt.

[Update: Ich deaktiviere auf Bodensee-Shops.de das Plugin und setze es in Kürze auf einer anderen Seite ein! Der geldwerte Einbruch ist mir zu heftig ... Klar, wenn eventuell vorhandene Placement-Buchungen erst einmal wegfallen.]

[Update: Ich habe das Google Publisher Plugin für WordPress jetzt mal auf einer Seite integriert, die noch nie AdSense beinhaltete: ichkochwas.de]

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5 Responses

  1. Ingrid sagt:

    Ich weiss jetzt nicht, ob die Werbung auf dieser Seite schon mit dem neuen Plugin eingesetzt wurde, aber wenn man auf die Werbung am Artikelanfang klickt, wird nur in einem neuen Tab die Grafik angezeigt. Das ist nicht gut. Deshalb wohl der Umsatzrückgang.
    Danke für den Beitrag. Ich werde mir einen Test vorläufig verkneifen. Es ist jetzt 01:47 Uhr…

    • Themenmixer sagt:

      Danke Ingrid für den Test und deinen Kommentar. Ich selbst darf ja nicht testen, was dabei passiert.
      Das nur die Bannergrafik geladen wird ist ja ein Ding. Interessanterweise generiert die Seite dennoch Umsätze. Es muss also temporär sein oder am Adwordswerber liegen, der nen blödsinnigen Adwordsblock geschaltet hat. Ich habe da schon so viel idiotisches Zeug gesehen… :) Egal. Wie gesagt – ich werde das Geraffel mal ein paar Tage laufen lassen. Das mit dem schwindenen Umsatz kann auch am Monatsende liegen – da laufen die Budgets der Werber erfahrungsgemäß aus.
      Ich habe es heute morgen wieder versucht, die Anzeigen aufzurufen: vergeblich. Sobald ich mal wieder schaffe da rein zu kommen, reiche ich auch den Screenshot nach. :)

      Viele Grüße vom Bodensee
      Jörg

  2. Ingrid sagt:

    Hallo Jörg,
    Beim jetzigen Besuch hat die Werbung am Textanfang funktioniert. Du hast am Ende auch noch eine Werbung. Die funktionierte gestern auch. Du müsstest in Adsense mal auswerten, welche Blöcke Einnahmen bringen.

  3. Frank sagt:

    Hallo,
    schön, langer, lustiger, informativer Beitrag ;-)
    Ich habe mich des Themas Repsonsive, Page Speed und Adsense auch angenommen und folgendes durchgeführt:
    1. Einbau eines Responsive WordPress Themes
    2. Verbesserung Page Speed durch eigenes Hand anlegen, OHNE zusätzliche Plugins
    3. Einbau von google Adsense Responsive Ads
    Mein Fazit: Die Seite ist schneller, auf allen üblichen Geräten lesbar, halt responsive, und die Einnahmen haben sich wesentlich erhöht, da die Responsive Anzeigenblöcke nun auch auf SmartPhones und Tablets angezeigt werden. (habe ich hier getestet http://www.blogado.de/einnahmen-steigern-mit-adsense-responsive-anzeigenbloecken-300/ )
    Ich würde das jedem, der etwas Zeit hat, empfehlen. Die Arbeit lohnt sich wirklich.
    Und vergiß wirklich externe Plugins zur Optimierung des Blogs, vielfach wird zwar einige schneller aber anderes langsamer und vor allem auch unsicherer.
    Gruß Frank

    • Themenmixer sagt:

      Danke Frank für den hilfreichen Kommentar.
      Ich war neugierig darauf zu erfahren, was Google da wieder bastelt. Allerdings ist das Teil wirklich BETA. Inzwischen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die vorgeschlagenen Anzeigenpositionen sich zwar am Markup orientieren, aber die Implementierung dann Teile des Contents überlagert. Ich werde deinen Tipp auf Blogado mal näher analysieren. Mit Sicherheit steige ich aus dem BETA-Programm von Google wieder aus. Immerhin habe ich Anregungen bekommen, wo ich dann die Responsive Ads implementieren werden.

      Viele Grüße vom Bodensee
      Jörg

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