Spieglein, Spieglein – Schneewittchen

Gestern waren wir im Kino. Spieglein, Spieglein – stand auf dem Programm. Die Kinder wollten es so. Und ich auch, wenn ich ehrlich sein soll. Es interessierte mich vor allem der Passus „Schneewittchen wird von den Zwergen im Nahkampf ausgebildet“. Jedenfalls hatte ich das so im Vorfeld aufgeschnappt. Ich musste unbedingt sehen, wie die das machen.

Nachdem wir uns im Vorfeld mittels Pizzaleberkäswecken und Bockwurst-im-Wecken gestärkt hatten, fielen wir ins Cineplex zu Friedrichshafen ein, wo wir uns zünftig mit einem Eimer Popcorn und Sprite eindeckten. Ich hatte Cola. Das ist auch zünftig! So ausgerüstet harrten wir zunächst der Werbung, die es wahrlich in sich hatte. „Cartier“ hat gerade einen echt guten Spot im Kino laufen. Irre lang, sehr aufwändig gemacht – sehr toll. Kompliment von meiner Seite. Was die Cartierwerbung allerdings vor einem „Kinderfilm“ für Wirkung zeigen soll erschließt sich mir nach wie vor nicht. Egal. Ich fühlte mich davon recht gut unterhalten, in des die ersten Fuhren Popcorn den Schlund hinunter wanderten.

Irgendwann begann dann „die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“.

Ohne die Geschichte hier jetzt lang und breit zu erzählen kann ich sagen: der Film ist ok. Die Kids wurden exzellent unterhalten. Ich auch. Obwohl ich mich nicht mehr ganz zu den „Kids“ zählen würde. Die Geschichte um Schneewittchen wurde wirklich wie angekündigt nicht ganz so erzählt, wie wir sie aus den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm kennen. Julia Roberts als böse Königin überzeugt auf der ganzen Linie – nicht richtig. Die liebe und nette Julia mal als (gar nicht so richtig)fiese Stiefmutter zu erleben – man ist sich ständig mit sich im unreinen, ob das jetzt gut so ist oder unter ihrer Würde. Absolut erstaunlich fand ich, wie schnell selbst eine Julia Roberts mangels Zauberkraft dahinwelken kann. Auch das kommt ziemlich gut rüber. Am Ende dann.

Lily Collins als Schneewittchen ist eine Superbesetzung. Muss ich einfach mal so sagen. Sie ist absolut hinreißend: auf der einen Seite eine wunderschöne Frau, andererseits aber noch kindlich unbekümmert. Mit einigen WOW-trächtigen Auftritten, wo einem kleinen bescheidenen Mann die Kinnlade runterklappt. Donnerwetter.

Über den Prinzen von Valencia muss ich nicht viel erzählen – ist halt irgendso ein Typ. *g*

Was wäre die Geschichte um Schneewittchen ohne Zwerge? Nichts. Genau. Ehrlich gesagt habe ich die Namen der Zwerge schon wieder weitgehend vergessen. „Grimm“ fällt mir ein, weil im Abspannn davon die Rede war, dass er später recht erfolgreich Märchen schreiben würde.
Den Rest musste ich googlen. Die sieben Zwerge bei Schneewittchen heißen: Napoleon, Romeo, Mampf, Grimm, Wolf, Grummel und Grins.

Und was ist nun mit der Nahkampfausbildung von Schneewittchen durch die Zwerge?
Die fand eigentlich nicht statt. Jedenfalls nicht was ich mir darunter vorgestellt hatte. Das sorgte für ein wenig Enttäuschung auf meiner Seite.

Fazit:
Der Film „Spieglein, Spieglein – die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“ ist sicher ein netter Film für die Familie. Ein Teil des anwesenden Publikums brach an einigen Stellen sogar spontan in Applaus aus! Ich musste hin und wieder grinsen. Die Kids wurden das Dauerlächeln kaum los. Über die ganze Zeit des Films!
Ähm … wer am Ende die Besuche der Stiefmutter bei Schneewittchen vermißt – die mit dem Kamm, dem Gürtel und dem Apfel … der wird sie auch im Nachhinein nicht finden. Lediglich die Apfelszene gibt es. Aber auch die ist gaaaaanz anders.

Völlig überraschend war dann das Ende: ein echter Anflug von Bollywood! Ihr wisst schon – diese Massen-SingSag-Tanz-Szenen in indischen Bollywoodfilmen. Die Musik dazu war aber gut. 🙂

Ach ja: früher sah Schneewittchen mal so aus:

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