Schiller – Zukunft

An: Christopher von Deylen, Schiller

Lieber Christopher,

was hast du mit deinem neuen Album „Zukunft“ wieder angerichtet?
Was die Sonne „zuletzt“ nicht vermochte, ist dir mit deinem neuen Werk mühelos gelungen: du hast mich als glühenden Verfechter deiner Art, Musik zu machen, zurückgewonnen. Bereits im ersten Anlauf hast du jegliche Skepsis, die ich gegenüber deiner „Zukunft“ hegte, weggefegt und sie mit einem strahlenden Lächeln ersetzt. Die Zukunft ist fantastisch!

Schiller - Zukunft

Schiller – Zukunft

Die „Zukunft“ ist dank dir ein malerischer, kraftvoller Ort, der voller Überraschungen steckt. Die Zukunft ist ein Gefühl, welches von mir immer wieder aufs Neue entdeckt werden will. Die Zukunft ist ein energiegeladener Rausch; ein regelrechter Flash, ein fast perfekter Traum von Album. Ich versinke darin. Ich lasse mich treiben. Ich möchte die Zukunft bis zur Neige auskosten und hoffen, dass der letzte Klang noch in weiter Ferne ist. Die Zukunft ist ein nie enden sollendes Erlebnis.

Bis auf wenige Ausnahmen ist jeder Track des Albums ein Meisterwerk für sich. Aber die absoluten Höhepunkte sind für mich unbestritten „Looking out for you“ mit Emma Hewitt und „Die Reise geht weiter“.
Die Ankündigung, dass Emma auf deinem neuen Album mit von der Partie ist, sorgte bei mir für große Freude und Neugierde. Ich verfolge Emma Hewitt seit vielen Jahren in der Trance-Szene und habe mich immer gefragt, wann und ob du mal mit ihr zusammen was ins Tonstudio stellst. Meine Erwartungshaltung an euer gemeinsames Werk war sehr groß. Und dann kommst du mit „Looking out for you“ um die Ecke … und schickst mich damit in einen naturgewordenen Seelensturm. Ich gestehe dir hiermit offen, dass ich Augenpipi bekam. Dieses absolut tiefste aller Gefühle kehrtest du zuletzt mit „Let it rise“ auf Atemlos ans Tageslicht. Mit „Looking out for you“ bist du zum Wiederholungstäter geworden. Und ich bin dir dankbar dafür. Denn das sind genau die Momente, die ich liebe: wenn Musik es schafft, auf angenehmste Art und Weise meine Grundfesten buchstäblich erbeben zu lassen.
Und danach? „Die Reise geht weiter“ – der Titel kann nicht besser gewählt sein! Das ist Musik in epischer Ausprägung. Hast du im Vorfeld Hans Zimmer gehört? Genau das ist mein erster Gedanke gewesen, als die Reise nach dem sanften, ruhigen Piano mit ihrem ersten Kraftausbruch für eine akustische Explosion sorgte und dieses Spannungsmoment mühelos aufrecht erhält. Christopher, dass ist höchster Musikgenuss. Wo hast du nur diese Töne her? „Die Reise geht weiter“ ist ein musikalisches Monumentalwerk wahrhaft epischen Ausmaßes.

Insgesamt fällt mir nun nach mehrmaligem kompletten Durchhören der Grund für meine Faszination an „Future“ ein: es sind die vielen, vielen neuen Klänge und Töne, die du aus einem erstaunlich umfangreichen Fundus geschöpft haben musst, um sie in verschiedenen Tracks zu einem nie dagewesenen Klangmeer zu verweben. Fast ausnahmslos jeder einzelne Titel wird so einem stets aufs Neue überraschenden, spannenden Erlebnis.

Die vielen Vocals, die zugegebener Maßen mitunter reinen Pop-Charakter haben, sind fast durchweg gelungen. Keta, Arlissa, Emma Hewitt oder Christina Scabbia wissen zu überzeugen. Was mich ehrlich gesagt sehr erfreut ist die Tatsache, dass du wieder männliche Stimmen erklingen lässt. Mit Peter Heppner, Veljanow und Midge Ure hattest du bereits ein gutes Händchen bewiesen, und auch auf Future finde ich die Tracks von Samu Haber und Twags Salter beeindruckend. Lediglich mit den Sheppard Solomon – Tracks kann ich nichts anfangen. Das ist seichte Musik, ohne Aussicht auf Tiefe. Mich erinnern beide Songs an Modern Talking – Niveau. Ich glaube, mehr Vernichtung geht nicht. Ich werde beide Tracks aus meiner Playlist verbannen.

Christopher, mit „Future“ ist dir dein bisher beeindruckendstes Werk gelungen. Du schaffst mit deiner Musik ein ganzes Universum zu umschreiben; den Hörer auf eine Reise zu entführen, die niemals enden soll. Future ist der neue Musik-Olymp, den zu erklimmen mir die kommenden Wochen wiederholten Spaß bereiten wird.

Ich hatte nicht vor, jemals wieder zu einem deiner Alben etwas zu schreiben. „Future“ jedoch verlangt danach. Future hat mich wieder von Schiller überzeugt. Es ist dein bisher bestes Album. Chapeau!

Vielen Dank für „Future“, lieber Christopher!

PS: Nachdem es auf Amazon so viele harsche Kritik für Future gehagelt hat, konnte ich nicht umhin, für das Album eine Lanze zu brechen … hier geht’s zu meiner Amazon-Rezension.

1 Antwort

  1. DeeKay sagt:

    Meine Bewertung bei Amazon:
    Nachdem ich nun die 4 CDs (inkl.Tal des Himmels) durchgehört habe, bin ich nicht enttäuscht aber auch nicht begeistert.
    Bis auf die Vocal-Tracks sind die CDs hörbar. Die „neuen“ Künstler reißen einen nicht wirklich vom Hocker.
    CvD Schiller fehlt mal wieder jemand wie Heppner, Sanders oder Jette von Roth. Das waren noch eindeutige Stimmen 😉
    Fazit: Nett so „by the way“ zum hören.

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