Schiller Tag und Nacht

Uns gehört nur eine Stunde.
Und eine Stunde – wenn sie glücklich ist – ist viel.

Nicht das Maß der Zeit entscheidet,
wohl aber das Maß des Glücks.

Das Ende des neuen Schiller-Albums „Tag und Nacht“ hätte nicht treffender meine Gefühle beim Hören des Albums beschreiben können. Denn was Christopher von Deylen mit dieser neuen Scheibe erschaffen hat, übertrifft bei weitem den bereits grandiosen Erfolg von „Weltreise“ und „Leben“.

Tag und Nacht ist Schiller – und doch wieder anders als die bisherigen Werke. Es fällt auf, dass Schiller mehr auf satte Sounds setzt und dabei nicht vergißt, was Schiller ausmacht: chillige Rythmen, gepaart mit Klangspielen die so grandios daherkommen, dass dem Höhrer der Boden unter den Füßen hinweggespült wird und er sich in einem Klanguniversum wiederfindet, welches seines gleichen vergeblich sucht.

Dabei konnte Schiller nicht nur auf die unglaublich stimmgewaltige Kim Sanders bauen, sondern involvierte weitere hochkarätige Künstler:

  • Garry Wallis
    der Tourdrummer von Schiller und Ex-PinkFloyd-Drummer darf nun erstmalig bereits auf dem Studioalbum mitwirken. Und genau das merkt man den Songs auch an: mit gewaltigem Percussions-Sounds explodiert fast die Luft um mich herum und ich kann mir bildlich vorstellen, wie er hinter dem Schlagzeug steht und auf die Instrumente einhämmert. Einfach irre. (Wer Garry bereits live gesehen hat, weiß wovon ich spreche.)
  • Moya Brennan,
    die Schwester von Enya, welche eigentlich Eithne Brennan heisst. Im Vorfeld des Albums gab es bereits mit „Show me“ eine Kostprobe des Zusammenspiels mit Schiller. In „gewohnter“ Enya-Manier bringt Moya ihre fantastische Stimme mit Schiller-Grooves in Einklang.
  • Thomas D.
    bekannt von den Fantastischen Vier und bekannterweise deren „Lyriker“. Mit „Die Nacht – du bist nicht allein“ wurde der Song mit ihm schon 2 Wochen vor dem Erscheinen von „Tag und Nacht“ als Single ausgekoppelt. Ungewohnt: Sprechgesang und Schiller? Und es geht doch. Beim ersten Mal muß man sich ein wenig darauf einstellen, aber bei jedem weiteren Hören wird der Titel immer besser. Verblüffend: Auf der Zusatz-CD der DeluxeEdition gibt es Schill out – Version des Titels, die sich kolossal von der regulären Albumversion unterscheidet – positiv gemeint. Denn der eingängige Groove, den Schiller unter den Titel gelegt hat läßt das wahrhaft dunkle Gefühl der Nacht in mir aufsteigen und reißt mich gleichzeitig unwiederstehlich mit.
  • Mike Oldfield
    ja – richtig: DER Mike Oldfield. Hört man „Morgentau“ so weiß man hundertprozentig beim Einsetzen der Gitarre, wer an den Saiten zupft. Unvergleichlich, unverkennbar – typisch Mike Oldfield. Das macht diesen Titel zu einem richtigen Kleinod auf „Tag und Nacht“.
  • Jette von Roth
    Ich gebe zu, dass ich mit diesem Namen vor „Tag und Nacht“ nicht die Spur anfangen konnte. Und wenn ich mich so umhöre und umlese, dann polarisiert keine andere Künstlerin die Fangemeinde mehr als Jette. Vor dem Erscheinungstermin konnte ich bereits „Sleepy Storm“ auf der Schiller-Website hören und war … verwirrt. Was ist das denn? Eine neue Björk? Jettes Stimme erinnert unweigerlich an die extravagante Björk und sie fügt sich neuartig, aber passend in die Schillerlandschaft ein. „What’s coming“ ist bereits ein Hammer, aber was dann mit „Der Tag … du bist erwacht“ kommt kann kaum in Worte gefaßt werden: irgendwie kitschig, aber so irre gut, dass ich auf den Titel als nächste Singleauskopplung hoffe. Wenn mir auch nach dem xten Anhören des kompletten Albums ein Titel nicht mehr aus dem Kopf geht, dann ist es „Der Tag ….“.
  • Tarja Turunen
    Die finnische Sängerin lieh dem Titel „Tired of being alone“ ihre Stimme. Und was für eine Stimme. Junge, Junge – die geht unter die Haut. Und der Titel ist mein heimlicher Favorit auf dem Doppelalbum. Neben Tarjas Stimme hat es mir der ungeheuer intensive Einsatz des Schlagzeugs angetan: mir hämmert es fast das Hirn aus den Ohren, so bombastisch kommt der Titel daher. Absoluter Oberhammer!

Natürlich waren auch Mikey Meinert und Tissy Thiers an den Klampfen mit von der Partie. Ich freue mich da schon auf das nächste Konzert.

Wer einen Tag erlebt hat, hat ein Jahrhundert erlebt. Dieselbe Sonne, dieselbe Erde, dieselbe Welt, dieselben Empfindungen.
Nichts gleicht dem Heute so, wie das Morgen.

Ungewohnt und anfangs ziemlich verblüffend: die gesprochenen Passagen, welche man von Schiller-Alben gewohnt ist. Legt man „Tag und Nacht“ ein, dann … hört man nicht etwa wie erwartet Scully von Akte-X, sondern die Stimmen von Jürgen Kluckert (z.B. Morgen Freemann, Balu) und Ernst Meincke (z.B. Captain Kirk). Die Tiefe und das Raue ihrer Stimmen jagt mir zweifellos eine Gänsehaut nach der anderen über die Epidermis.

Neben den bereits angesprochenen Songs weitere Highlights aus dem Gesamtalbum herauszuheben fällt mir schwer. „Tag und Nacht“ ist durchgängig stimmig, abwechlungsreich, nie langweilig. Auch nicht nach dem 20. Mal. Seit dem 28.10.2005. dem Erscheinungstag von „Tag und Nacht“, höre ich ausschließlich das Album. Und so wie es aussieht wird es mich noch eine ganze Weile permanent begleiten.

„Tag und Nacht“ von Schiller ist ein umwerfendes Album, dessen Sog ich mich nicht entziehen kann …. und das auch gar nicht will.

Guten Abend.
Herzlich Willkommen in der neuen Welt von Schiller.
Schließen Sie die Augen, entspannen Sie sich und machen Sie die Nacht zum Tag!

Schiller – Tag und Nacht (CD, Deluxe Edition) (28. Oktober 2005)

  1. Willkommen
  2. Nachtflug
  3. Die Nacht … Du bist nicht allein (mit Thomas D.)
  4. What’s comming (mit Jette von Roth)
  5. Sonnenaufgang
  6. Miles and Miles (mit Moya Brennan)
  7. Schritt der Zeit
  8. I Know (mit Kim Sanders)
  9. Morgentau (mit Mike Oldfield)
  10. Berlin Bombay
  11. Der Tag … Du bist erwacht (mit Jette von Roth)
  12. Lichtwerk
  13. Falling (mit Moya Brennan)
  14. Jahresringe
  15. I saved you (mit Kim Sanders)
  16. Irrlicht
  17. Feuerwerk
  18. Sleepy Storm (mit Jette von Roth)
  19. Eine Stunde (aus dem Film „Yamamoto’s Labyrinth“)

Bonus-CD

  1. Tired of being alone (mit Tarja Turunen)
  2. Tag und Nacht (Schill out mix)
  3. More (mit Milu)
  4. Die Nacht (Schill out mix mit Thomas D.)
  5. Das Glockenspiel (live, vom ersten Schillerkonzert in Hamburg)

Weiterhin auf der Bonus-CD enthalten sind das Video von „Die Nacht … du bist nicht allein“ sowie ein Photoalbum.

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