Sicher werden sich nicht wenige beim zufälligen Lesen dieser Seite fragen, was zum Geier eine Soljanka-Suppe sein soll. Einige andere werden mit bebenden Nüstern an alte Zeiten denken. Besonders all jene, die der deutsch-sowjetischen Freundschaft schworen. Ob freiwillig oder nicht sei an dieser Stelle nicht vertieft. Eine der herausragenden Errungenschaften aus dieser Freundschaft ist die Soljanka - eine russische Suppe, die es interessanterweise immer dann gab, wenn tags zuvor viel übrig geblieben war. Sehr oft spielte keine Rolle, was übrig geblieben war. Denn dies ist eine der großen Stärken einer Soljanka - sie ist die ideale Folgenahrung für Reste. Doch lesen Sie selbst, wie Sie ein Zuviel an Essensresten in eine schmackhafte Suppe verwandeln und dabei jedem Hausschwein die Tränen des Bedauerns in die Augen zaubern.
Zunächst sei noch eines vorgeschoben: Wenn Sie die Soljanke heute noch brauchen, vergessen Sie die Soljanka und schauen Sie, was Sie sonst noch so an verwertbarem zubereiten können. Eine Soljanka wird immer am Tag vor dem Verzehr zubereitet. Immer! Ich hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt. :-) Doch nun zum Kochen.
Die folgende Zubereitung einer Soljanka resultierte aus einem zweimaligen Raclette-Gelage, welchem es nicht gelang auch nur annähernd die herangekarrten Beilagen zu vernichten. Zu einem dritten Raclette hatte niemand mehr Lust und so mußte eine Lösung für die ganze Wurst und das Gemüse gefunden werden: eine Soljanka!
Die Zutaten für Soljanka
- 200g Salami
- 200g Schinken (gekocht)
- 150g Schinken (roh)
- 2 grosse Zwiebeln
- 2 Zehen Knoblauch
- 200g kleine Teile ehemaliger Paprikaschoten (rot)
- ca. 50g Mais aus der Dose
- ca. 50g Kidneybohnen (die waren vorher auch in einer Dose)
- 5 Gewürzgurken samt dem Gurkenwasser aus dem Glas.
- ca. 100g Tomatenmark
- Öl
- Salz und Pfeffer und Paprika (scharf)
Wie schon gesagt - es kommt einfach darauf an, was Sie im Hause haben und was weg muss. Es kann durchaus auch Fleisch sein. Bratenreste oder Kassler sind in Soljanka-Suppen gern gesehene Inkredenzien.
Zunächst putzen wir die Zwiebeln und schneiden diese in schmale Scheiben. Eine detaillierte Anleitung zum Zerkleinern von Zwiebeln finden Sie im Rezept für Gurkensalat.
Anschließend säbeln Sie die Wurst in appetitliche Stückchen. Es hat sich durchgesetzt, die die Wurst/das Fleisch nicht als Ganzes in einer Soljanka zu verwenden. Ein scharfes Fleischmesser leistet bei dieser Arbeit hervorragende Dienste.
Sollte das Gemüse in unzerkleinerter Form vorliegen, putzen Sie das Gemüse zunächst und zerkleinern es dann in ... sagen wir mundgerechte Stückchen. Nutzen Sie zu letzterem ein Gemüsemesser. Mit denen macht das richtig Spaß. Und Spaß wollen wir ja bei der Zubereitung der Soljanka haben, nicht wahr?
In meinem Fall konnte ich diesen Schritt auslassen, weil ich ihn bereits 2 Tage zuvor durchgeführt hatte. Für das Raclette! Sie erinnern sich?
Nehmen Sie nun einen großen Topf, geben Sie etwas Öl in selbigen und stellen Sie den Kochtopf dann auf den Herd. Ganz wichtig ist es nun, dass Sie auch Energie unter den Topf geben. Also Gasherd anwerfen oder das Cerankochfeld mit Strom versorgen. Das Öl wird aufgrund der stetigen Hitze heiß und freut sich auf die Zwiebeln. Gönnen Sie dem heißen Öl die Freude und geben Sie die Zwiebeln in den Topf. Wie das zischt, wie das brutzelt .... Versuchen Sie die Zwiebeln am verbrennen zu hindern! Ein guter Kochlöffel ist der angemessene Helfer in diesen Minuten. Nach 1min kippen Sie die Wurst dazu. Aber noch nicht die Salami! Die wartet noch etwas. Schinken und Zwiebeln braten so zwei bis drei Minuten unter ständiger Aufsicht vor sich hin, bevor die Salami dann auch Ihren Weg in die heiße Topfhölle antritt. Braten Sie so 4min weiter.
Schütten Sie nun das Gemüse in den Topf. Während sich dieses nun auch in der brütenden Hitze des Topf räkelt, zerkleinern Sie die Gewürzgürkchen und schmeißen sie gleich in den Soljanka-Topf. Und jetzt kommt's .... Gießen Sie ca 2/3 des Gurkenwassers aus dem Glas hinterher! Jawohl! Das ist nämlich das Geheimnis einer Soljanka. Ein offenes Geheimnis, das gebe ich zu. Aber wer es nicht weiß .... Passen Sie auf, dass aus den Gurkenwasserverunreinigungen wie Senfkörner, Kräuter etc. nix in die Soljanka purzelt. Es ist zwar noch keiner dran gestorben (jedenfalls hörte ich nie davon), doch hatte ich instiktiv das Gurkenwasser durch ein Sieb gegossen. Kulinarische Intuition? Keine Ahnung, ob das so richtig war, aber da am Ende alle die Soljanka gefressen haben, kann es nicht falsch gewesen sein!
Füllen Sie den Topf bis so 3cm über dem bisherigen Inhalt mit Wasser auf, drücken Sie das Tomatenmark dazu (Ich hatte so eine 200g-Tube.), putzen und drücken Sie den Knoblauch dazu. Anschließend habe ich noch nen Esslöffel Gemüsebrühe dazu gegeben. Deckel auf den Topf und 20min köcheln lassen.
Bitte beachten Sie, dass alle Rezepte auf Themenmix.de nur mit meiner ausdrücklichen Erlaubnis kopiert werden dürfen!
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Eigentlich war's das schon. Nach dem Kochen habe ich probiert .... und ... nochmal probiert und .... etwas Salz und Pfeffer und scharfen Paprika dazu gegeben und .... nochmal gekostet und .... Ich fand - es schmeckte nach Soljanka! Es war wie eine Offenbarung. Meine erste Soljanka schmeckte wie eine Soljanka! Umwerfend. Ich kostete nochmal. *g*
Dann nahm ich die Energiezufuhr zurück und ließ den Topf bis zum nächsten Tag einfach stehen.
The day after (Soljanka)
Der große Moment kam dann wie schon erwähnt einen Tag nach dem überaus simplen Kochvorgang. Zusammen mit einem Becher Crème fraîche und etwas Toastbrot (Stangenbrot oder Baguette kommen bestimmt auch gut) sowie scharfen Chilli für die heißen Gemüter begannen wir die Soljanka-Suppen-Orgie. Auf einen tiefen Teller Soljanka nimmt man am Besten noch einen Esslöffel Crème fraîche, verrührt dieses vorsichtig in der Soljanka und ..... HMMMMMMM. Fantastisch. Ein weitere Meilenstein in meiner Entwicklung als meisterlicher Koch. Höhö.
Probieren Sie es einfach mal aus. Gerade nach Festen und Feierlichkeiten bleibt oft viel an Gemüse, Wurst und Fleisch übrig. Dann ist die Zeit für eine Soljanka gekommen. Denn eine Soljanka-Suppe ist einfach nur genial einfach. Und schmeckt soooo gut.
WARNUNG: Es ist verdammt schwer mit dem Soljanka-Essen aufzuhören.
