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Ehrwald in der Zugspitzarena

Mai 2006: Ehrwald - Tag 1 - die Anreise

Nachdem wir nun so kurzfristig an ein Ausflugsziel geraten sind, tingelten wir am 04. Mai 2006 pünktlich am äußersten Limit der Aufbruchzeit los. Es war ein warmer, sonniger Frühlingstag. Auf geht's nach Ehrwald. Der ausgedruckte Routenplan lag parat, doch benötigten wir ihn die ersten Kilometer nicht, denn die Bundesstraße gen Lindau kennen wir fast im Schlaf.

Wir waren prächtigster Stimmung; nur little Carolin gröhlte hin und wieder unanständiges Zeuchs und jammerte rum. Nach einem kurzen Stop kurz hinter der Autobahn, welcher zum Stillen genutzt wurde, kamen wir auch mit nur einem weiteren Still-Stop und reichlich Verzögerung zum vorgeschlagenen Map24-Zeitplan in Isny an, wo wir den Großen einen Boxenstop beim McDoof gönnten. Und während wir so mampfend draußen saßen hielt ein Wagen des hiesigen Klärwerks direkt neben dem McDonald-Garten an und begann einen Gulli auszupumpen. So wurde unser Aufenthalt noch mit recht interessanten Gerüchen verschönert.

Gestärkt ging es gemäß Anfahrtbeschreibung weiter. An einem Kreisverkehr bei Oy verloren wir leicht die Orientierung und fuhren direkterweise in die Alpen, was mir aber wegen des hartnäckigen Ausbleibens von "Österreich"-Hinweisschildern bereits nach wenigen Kilometern auffiel. Also retour. Wieder auf dem korrekten Kurs segelten wir beschwingt Füssen entgegen und verließen durch den Grenztunnel das geliebte, verrückte deutsche Vaterland. Schlagartig fielen die Spritpreise. Kostete vor der Grenze der Liter Super noch 1.36€, so waren es bereits wenige Meter nach dem Grenztunnel nur noch 1.19€. Verrückte Welt, das. Wir waren aber noch gut besprittet und behielten uns einen Tankstop für die Rückfahrt im Kopf.

Durch malerische Berge ging es auf der Fernpaß-Bundesstraße B179 (Richtung Innsbruck) durch Reutte und plötzlich stand da "Ehrwald" angeschrieben. Es folgten einige (noch) nichtssagende Orte wie Heiterwang und als wir in Lermoos waren, bogen wir um einen ziemlich hohen Berg, um daraufhin vor einem mächtigen Massiv zu erschauern: das Wettersteingebirge mit der Zugspitze lag zum Greifen nahe vor uns. Und wir fuhren genau darauf zu!

Wenig später passierten wir den Ortseingang von Ehrwald. Es wurde an der Zeit festzustellen, wohin wir eigentlich mußten. Ja - wohin nur? Ich hatte die Route bis Ehrwald dabei, aber .... mehr nicht. "Haus Alpenblick" war alles was ich wußte. Kein Name (außer, dass die Besitzerin Regina heißt), keine Straße, nichts. Aaarrgghhh. Ich Verrückter hatte alles Wichtige daheim vergessen. Doch in derartig touristisch ausgelegten Landstrichen gibt es bestimmt hilfsbereits Zeitgenossen. Also stürmte ich in einen Laden rein und fragte mal nach dem "Haus Alpenblick".
"Haus Alpenblick?", fragte die Ladentante noch mal in die Luft und schüttelte mit einem gemurmelten "noch nie gehört", den Kopf. Sie verwies mich aber auf die unweit gelegene Touristeninformation, welche sich im Zentrum von Ehrwald befindet.

"Na Klasse!", dachte ich so bei mir. Jetzt sind wir hier und keine Sau weiß, wo dieses Haus Alpenblick sein soll. Wir fuhren knapp 100m und standen plötzlich vor der Touristeninfo. Ich stolperte hinein und hub an die Geschichte meines grauenvollen Versagens zu stammeln, das ich hier eine Wohnung gebucht hatte aber nicht wüßte wo die sei und sowieso keine Unterlagen und was-weiß-ich-noch-alles.
Die gestählte Touristeninformantin hinter dem Touristeninformationsthresen fragte aber nur "Ist das ein Appartement?". Ich nickte begeistert. Wie durch Zauberhand hielt sie plötzlich einen Bogen Papier in der Hand, welcher auf der einen Seite weiß war, auf der anderen Seite aber einen detaillierten Plan von Ehrwald beherbergte. "Wir sind hier.", erklärte die Touristenverzauberin und malte einen verwegenen Kringel in die Karte. "Und da ist das Haus Alpenblick", kringelte sie ein weiteres Schnörkelchen nur 2 Straßen weiter auf die Karte. Da wollte ich ihr glatt um den Hals fallen, ließ aber nur ein herzlichstes Dankschön sausen und schoß aus dem Haus.

Wegen der Detailtreue der Karte erblickten wir nach zwei Abbiegungen auch wirklich das gewünschte Haus:

Haus Alpenblick
Das Haus Alpenblick

Wir stiegen aus und ich mußte erstmal den Blick schweifen lassen. Da waren wir also - direkt am Fuße des Zugspitzmassivs. Aber das war bei weitem nicht das Eindruckvollste. Dieser Berg hier war so markant, dass er die Zugspitze an Wirkung ausstach:

Sonnenspitze
Sonnenspitze (2417 m)

Irgendwie erinnerte mich die Sonnenspitze an das Matterhorn, auch wenn ich das Matterhorn noch nie live gesehen habe. Auch wußte ich noch nicht, dass der Berg "Sonnenspitze" heißt und 2417m hoch ist, doch das tut an dieser Stelle nichts zur Sache. Ein Schwenk nach links bescherte weitere weißbemützte Berge, ein Tal und sogleich die Zugspitze - ok, nicht ganz die Zugspitze:

Der Schneefernerkopf (2874 m) am Zugspitzmassiv
Schneefernerkopf (2874 m), dahinter liegt (hier unsichtbar) die Zugspitze (2962 m).

Beeindruckt ging ich ein paar Schritte weiter und erblickte Daniel. Daniel ist nun keine Person im wörtlichen Sinne (auch wenn ich einen Kollegen gleichen Namens habe) sondern dieses imposante Gebilde:

Daniel (2340 m)
Der Daniel (2340 m)

Wow. Eine wahrlich berauschende Kulisse für einen Kurzurlaub. Aber nun wollten wir erstmal die Wohnung besichtigen, welche uns auf der Homepage des Hauses Alpenblick bereits sehr gut gefallen hat.

Weiterlesen: Tag 1 - das Appartement.

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