Mimi, das Zwergkaninchen

Heute möchte ich dir Mimi, unser Zwergkaninchen vorstellen. Naja, es geht eher um unsere inzwischen gewachsene Beziehung. Irgendwie geht man ja als Haustierhalter immer eine Art Beziehung mit dem Tier ein. Mimi lebt jetzt schon einige Jahre mit uns zusammen und ich möchte an dieser Stelle einfach dieses Beisammensein würdigen. Mimi ist ein tapferes Nagetier, denn sie hält es jetzt schon ziemlich lange mit uns aus. Ab und an überkommt es mich, über sie und uns zu schreiben, aber die Bühne dieser Worte ward erst mit diesem Neuanfang auf themenmix.de geschaffen.

Ich komme darauf, weil ich mich eben wie jeden Tag daran erinnert habe, sie einzufangen. Damit ist schon mal geklärt, dass es sich bei Mimi um eine Zwergkaninchen-SIE handelt. Mimi lebt draußen auf der Terrasse. Dort hat sie ein nettes Häuschen, in dem sie ihre Nächte verbringt und welches sie ab und zu mit vorwitzigen Mäusen teilen muss. Mäuse haben wir auch; aber keine Beziehung zu ihnen. Deshalb haben die Mäuse auch keinen Namen. Aber wir können die putzigen Viecher sehr oft abends beobachten, wenn sie aus irgendeinem versteckten Loch gekrabbelt kommen und das, was unser Zwergkaninchen den ganzen Tag lang breitgetreten hat, einsammeln und in dunkle Ecken verschleppen. Es sind schlaue Tiere: sie haben das Wesen des Zwerkaninchenhauses sehr gründlich erkundet und festgestellt, dass – wenn das Dach nicht exakt aufliegt – sie wunderbar die Außenwand hochklettern und sich so in das Innere schleichen können. Anfangs hat Mimi dann immer Rabatz gemacht, was sich bei Zwergkaninchen durch lautes Klopfen bemerkbar macht. Inzwischen glaube ich, dass sie das Zusammenleben mit den Mäusen akzeptiert hat. Sie klopft viel weniger. Das kann aber auch daran liegen, dass die Mäuse gerade zusammengekuschelt in ihren Höhlen liegen und Winterschlaf halten. Machen Mäuse das eigentlich?

Unsere Terrasse ist so 6m lang und 4m breit. Sie ist umrandet mit der Hauswand an der einen Seite, einer Glaswand samt vorgelagerter Kiefer an der einen Stirnseite sowie einer frei zugänglichen Treppe und durch Rosen bewachsener Steilwand gegenüber der Hauswand. Die andere Stirnseite findet ebenfalls durch einen Abgrund ein jähes Ende, welches aber durch wild wuchernde Brombeeren und einem riesigen Rosmarinstrauch verschönert wird. Der Boden der Terrasse besteht aus Steinen. Auf den Steinen steht ein alter Tisch, der seine besten Jahre schon lange hinter sich hat.
Das ist das ideale Revier für unser Zwergkaninchen. Hier läuft Mimi den ganzen Tag herum und bis auf wenige Ausnahmen getraut sie sich auch nicht weiter weg! Die Treppe zur Freiheit? – Wozu? Es versetzt mich immer wieder in Erstaunen, dass Mimi die nicht vorhandenen Grenzen anerkennt und achtet. Sie geht einfach nicht weg. Die paar mal, wo wir Mimi im angrenzenden Umland suchen und wieder einfangen mußten führe ich einfach auf ihre Dusseligkeit zurück. Ich vermute nämlich, dass sie gar nicht absichtlich das Weite gesucht hat. Vielmehr glaube ich daran, dass sie beim Angeln nach grünen Gräsern oder Blättern oder beim Löcher-in-die-Luft-gucken am Rande der Abgründe einfach den Halt verlor und Kopf über runterpurzelte. Oft kommt das wie gesagt nicht vor, aber ich bekomme immer schier nen Herzkasper, wenn das Häschen mal wieder mit der Gefahr spielt und sich weit über den Rand der Klippen beugt. Ich tippe mal darauf, dass Mimi hin und wieder auch einen ordentlichen Adrenalinstoß braucht. Meistens fetzt sie dann mehrere Runden am Stück um den Tisch, nur um sich dann japsend hinter das Hasenhaus zu verziehen und dort den Rest des Tages zu verpennen.

Mehr will ich jetzt gar nicht schreiben. Aber es folgen sicher noch einige Artikel zu Mimi. Denn es gibt noch so einiges zu erzählen. Weswegen ich das eigentlich gerade alles aus den Fingern in die Tastatur laufen lasse ist: Ich muss im Gegensatz zu früheren Monaten beim Einfangen nicht mehr mehrere Runden um den Tisch rennen und Mimi vor mir herjagen, sondern inzwischen weiß das gescheite Vieh genau: Wenn ich komme, dann gibts nur eines – ab ins Haus. Das funktioniert so prächtig, dass ich jedes Mal ganz stolz bin auf unser Zwergkaninchen. So wie eben. Weshalb ich diesen Text hier auch geschrieben habe.

Bis demnächst … wenn es wieder um Mimi, das Zwergkaninchen geht. 🙂

1 Antwort

  1. Patrick sagt:

    „Das kann aber auch daran liegen, dass die Mäuse gerade zusammengekuschelt in ihren Höhlen liegen und Winterschlaf halten. Machen Mäuse das eigentlich?“

    Nein, Mäuse halten keinen Winterschlaf in dem Sinne. Wenn es aber zu kalt und die Nahrung knapp ist, dann können sie vorübergehend erstarren.

    Finde ich aber gut, dass du dein Kaninchen auch frei herumlaufen lässt – manche Halter lassen die armen Tiere ja Tag und Nacht in ihren kleinen Käfigen, da frage ich mich dann, warum sie sich überhaupt eines anschaffen. Gute und artgerechte Haltung ist das sicher nicht.

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