Mein neuer Computer

Gestern berichtete ich ausführlichst, weshalb ich mir einen neuen Computer gekauft habe. Die Geschichte um die lange Leidenszeit traumatischer Computerarbeit kannst du im Artikel „Der Tag der Entscheidung“ noch einmal nachlesen.

Weshalb ich mich all die Jahre zuvor mit dem Kauf eines neuen Computers so schwer tat ist leicht erklärt: ich bin Häuslebauer und lebe seit eineinhalb Jahren in einem noch recht unfertigen Haus, um es einmal milde auszudrücken. Ich drehe da die Euros fünfmal um. Bevor ich mir irgendetwas anschaffe, noch dazu so etwas gewaltiges wie einen neuen Rechner, muss ich restlos und vorbehaltlos von der Dringlichkeit der Anschaffung überzeugt sein. Ein Computer, der manchmal rumzickt, aber ansonsten funktioniert, wenn er mal funktioniert, gehört nicht dazu. Die nervliche Belastung durch lange Wartezeiten und Abstürze kann man getrost als „Training“ deklarieren. Ich habe dieses harte Trainingsprogramm absolviert. Wenn dann ein Freitag, der 13. folgt, der seinem Namen alle Ehre macht, bricht aber auch der nervenstärkste Computerbenutzer zusammen und fällt heroische Entscheidungen.

In den ganzen Jahren zuvor schaute ich mich immer mal wieder nach Rechnern um, die meinen Ansprüchen gerecht werden. Diese Ansprüche sind:

  • Ich möchte ohne lange Wartezeiten loslegen können. Auch wenn ich den Computer erst einschalten muss.
  • Ich möchte Bilder bearbeiten, ohne dass ich durch lange Rechenzeiten aufgehalten werde.
  • Ich möchte Videos erstellen können, denn ich habe so einige Ideen im Laufe der Jahre gehabt, die umzusetzen mir digitale Grenzen gesetzt waren.
  • Ich möchte komfortabel Webseiten entwickeln. Das funktioniert wie ich die letzten Jahre bewies zwar auch mit einem lahmen Rechner wie dem alten, und nur einem Monitor, doch mit einem schnelleren Rechner und 2 Monitoren geht das viel, viel besser. (Im Büro arbeite ich mit 3 Monitoren und das ist auch gut so!)
  • Ich möchte in Hellgate Global (ehemals Hellgate London) nicht immer der letzte in der Party sein, der in der Instanz ankommt. Was furchbar ist, wenn man dadurch mit den anderen nicht annähernd mithalten kann.

Das sind meine bescheidenen Ansprüche. Nichts weltbewegendes, aber trotzdem hohe technische Ansprüche. Gerade das Thema „Videobearbeitung“ ist der Hauptkostentreiber.

Mit wurde immer wieder nahegelegt, die Komponenten einzeln zu kaufen und den Rechner selbst zusammen zu schrauben. Während ich das vor vielen Jahren sicher so gemacht hätte, fühle ich mich heute dem Schrauberalter entwachsen. Ich will eine Kiste kaufen, einschalten und loslegen. Bis zum Erreichen der Produktivität müssen eh noch zahlreiche Sachen installiert und eingerichtet werden. Das kostet Zeit, die mir effektiv nichts bringt. Aber mit Schraubereien will ich nichts zu tun haben. Es reicht mir, wenn ich weiß, wie ich zu gegebener Zeit die Grafikkarten wechseln kann. Ich kann das.

In den letzten Monaten stöberte ich also immer wieder in den Angeboten folgender Shops:

  • Amazon
  • One
  • Alternate (hier hatte ich die Kiste gekauft, die jetzt gerade meine Eingaben in die Tastatur mitschreibt)

Gerade bei One und Alternate kann man sehr gut ein angebotenes System hernehmen und „nachkonfigurieren“, d.h. Komponenten so hinzufügen oder austauschen, dass der eigene „Wunsch-Computer“ entsteht. Ich habe hier sehr oft virtuell geschraubt und bin dann ob des Endpreises erschocken zusammengezuckt und habe das Weite gesucht.

Und einen Computer per Amazon kaufen? Jedem dem ich von dieser Möglichkeit erzählte, schüttelte warnend den Kopf.

Buy local wäre auch eine Möglichkeit! Ich habe auch diese in Betracht gezogen, doch nie auch nur ein einigermaßen erschwingliches Angebot für meine Ansprüche angetroffen.

Mein neuer Computer mit dem Drumherum …

Intel i7 4790K QuadCore, 32GB RAM PC1600, 250GB SSD, 3000GB HDD

Intel i7 4790K QuadCore, 32GB RAM PC1600, 250GB SSD, 3000GB HDD

Tja – und gestern fiel die Entscheidung. Ich habe bei Amazon auf „Jetzt kaufen“ gedrückt. Im Warenkorb befanden sich zu diesem Zeitpunkt folgende Komponenten:

Die Endsumme auf der Rechnung belief sich bei dieser Bestellung auf knapp über 1700 EUR. Erst kürzlich schickte mir Amazon noch einen 10€-Gutschein – für was auch immer – und den setzte ich natürlich ein.

Ich empfinde diese Summe als gewaltigen Schlag in meine Finanzen, suche aber ein System mit vergleichbarer Leistung umsonst in den Weiten des Internets. Dennoch möchte ich meine Gründe etwas genauer anführen, weshalb ich mich für dieses System entschieden habe.

Ich hatte zunächst den kleinen Bruder des Rechners ins Auge gefasst, da er für unter 1000€ zu haben ist und ebenfalls mit einem I7 und vor allem 16GB RAM ausgestattet ist. Letztlich entschied ich mich aber für die große Variante, wofür diese Gründe auschlaggebend waren:

  • höhere Taktfrequenz (4 statt 3,6GHz)
  • 32 GByte RAM statt 16 GByte
  • 600W Netzteil statt 350W (wenn ich eine größere Grafikkarte einbauen möchte (werde), dann brauche ich ein Netzteil, welches die Leistung auch bringen kann)

Das mein bestellter Rechner auch noch 1 TB mehr Plattenkapazität und eine 10GB größere SSD hat, spielte kaum eine Rolle bei der Entscheidung. Ich nehme diese aber gern so mit.

Ich habe mir im Vorfeld auch die Reaktionen und Bewertungen von IT Datentechnik – dem Anbieter des Rechners angesehen. Die Bewertungen waren  ok. Die miesen Ausrutscher nach unten sind meiner Meinung nach auf „komische Kunden“ zurückzuführen. Auf Fragen zu den Produkten reagiert der Anbieter sachlich und fundiert. Alles in allem hatte ich ein gutes Gefühl bei meiner Entscheidung.

Warum zwei Monitore?

Im Job arbeite ich mit 2 großen Monitoren + dem kleinen Display vom Surface. Wobei ich letzteres nur dafür „benötige“, dass dort der interne Communicator sowie Winamp läuft. Bei der Arbeit als Supporter und Programmierer habe ich aber die Nutzung zweier Monitore schätzen gelernt. Wenn man mal eben zwei Dateien vergleichen will, oder Analyseergebnisse im Excelformat in der Software nachvollziehen möchte, dann geht das mit zwei Monitoren einfach besser! Es ist so.

Da ich wie bereits angedeutet viel mit Webdesign, Texten, Bildern und zukünftig Videos arbeite, möchte ich endlich auch daheim in die Lage versetzt werden, effektiver zu arbeiten. Nichts ist nervtötender und zeitraubender als das mühsame Vergleichen von Programmcode, das Recherchieren von Informationen beim Schreiben eines Artikels oder das „mal eben“ schnelle Bearbeiten eines Bildes, wenn man ständig auf einem Monitor mit den Fenstern jonglieren muss. Das macht in Wahrheit wirklich nur Zeit kaputt und kostet Nerven ohne Ende – vor allem, wenn man dabei den Schreib-Faden verliert.

Meine alte Kiste hier hat einen Acer-Monitor angestöpselt. Für den neuen Rechner habe ich den BenQ-Monitor ausgewählt, weil er

  • über gute Bewertungen verfügt
  • mit 24 Zoll groß genug ist (vor allem in der doppelten Ausführung)
  • gerade im Angebot war
BenQ RL2455HM 61 cm (24 Zoll) LED-Monitor (Full HD, HDMI, DVI, VGA, 1ms Reaktionszeit)

BenQ RL2455HM 61 cm (24 Zoll) LED-Monitor (Full HD, HDMI, DVI, VGA, 1ms Reaktionszeit)

Ok … es ist eigentlich ein Monitor für Gamer, aber was gut für Gamer ist, muss ja nicht schlecht für Worker sein, oder? 🙂

 

Warum habe ich bei Amazon gekauft?

Vielleicht schüttelt jetzt manch einer den Kopf: Wie kann man nur einen Computer via Amazon kaufen? Wie kann man nur bei Amazon kaufen?
Ich kann das.

  1. Erstens ist die Fa. IT Datentechnik ein deutsches Unternehmen aus Delmenhorst, welches halt einen Shop bei Amazon betreibt.
  2. Zweitens bietet mir das System genau das, was ich will und viel mehr als ich erhofft hatte, für das Geld zu bekommen.
  3. Drittens kann ich mir gleich noch den ganzen Rest dazu kaufen, den ich sonst noch brauche.
  4. Viertens ist der Preis einfach unschlagbar.

Gut möglich, dass meine Entscheidung auf diesem Weg meinen neuen Computer zu kaufen, ein gutes Stückchen auf meine Bequemlichkeit zurückzuführen ist. Ein anderer guter Grund ist der, dass ich noch nie irgendwelche Probleme mit Käufen bei Amazon hatte. In echt – niemals. Immer lief alles perfekt. Fehler traten wenn dann nur auf meiner Seite auf. Auch Reklamationen und Rücksendungen waren nie ein Problem. Und wenn die neue Hardware rumzickt, dann nehme ich wohl nicht zu unrecht an, dass auch diese Rückabwicklung kein Problem sein wird. Warum sollte es dieses Mal anders sein, als sonst? Diese – vielleicht eingebildete – Sicherheit beruhigt die flatternden Nerven nach einem solchen Kauf merklich und rundet das gute Gefühl ab, endlich den so lange hinausgezögerten Schritt des Computerkaufs getan zu haben.

Wir werden sehen, wie die Ware hier ankommt, wie die Installationen vorangehen und wie sich das System bei der täglichen Arbeit schlagen wird. Wenn der Neue denn mal läuft, wird mein alter Rechner „platt“ gemacht und alles neu aufgespielt, was notwendig ist, damit weniger ambitionierte User ihn nutzen können. Ich hoffe, der Alte wird noch eine Weile durchhalten. 🙂

Tja – und dann heisst es für mich rackern, ackern, ranklotzen … dieser neue Computer muss erst mal wieder eingespielt werden. Und da ich nicht an die Lottofee glaube (auch wenn ich Lotto spiele, wenn auch nicht so verrückt wie viele Jahre zuvor) kann ich den Kauf nur durch Arbeit „wieder gut machen“. Ich bin halt so gestrickt. Drück mir die Daumen, dass ich die neue Kiste schnell wieder reinhole … 🙂 Danke!

2 Antworten

  1. Jay F Kay sagt:

    Viel Spaß mit deiner neuen Kiste, ich mache auch schon eine ganze Zeit an einem neuen Rechner rum und kann mich nicht entscheiden. Vielleicht sollte ich auch endlich mal auf den Kaufen-Button klicken, denn so langsam krieg ich hier auch graue Haare von 🙂

    • Themenmixer sagt:

      Dann warte doch noch ein Weilchen und ich werde dir vielleicht den richtigen Tipp geben: wenn die neue Maschine hier hält, was sie verspricht, dann wäre sie ja vllt. auch was für dich? Oder ist sie zu groß? Was möchtest du mit deinem Rechner alles machen?
      Darauf kommt es an – daraus resultiert das erforderliche Ausstattungsmaß.

      Ich hätte graue Haare, wenn ich Haare hätte. (ok – die paar auf der Rückseite drücke ich mal in den Skat. Außerdem werden sie kurz gehalten. 🙂 )

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