Ich gebe es zu - ich habe mich lange dem Hype um Harry Potter verweigert. Dafür gab es eigentlich keinen richtigen Grund - das Thema machte mich einfach nicht an. Bis, ja bis meine Frau sich den 4er-Pack (Harry Potter I-IV in der Box) zu Weihnachten wünschte. Sie bekam dieses Paket natürlich vom Weihnachtsmann geschenkt ... und verschwand daraufhin mehr oder weniger aus der realen Welt. Nachdem sie die Bücher wieder freigegeben hatte, langte ich auch eines schönen Tages ins Regal und angelte mir Harry Potter 1. Ich wollte mal sehen, wie sich das so liest.
Das Ende vom Lied: Ich verschlang die Bände 1 - 4, hechelte nach Harry Potter 5 und habe nun auch den 6. Teil der Geschichte um den Zaubererlehrling gefressen.
Harry Potter und der Stein der Weisen.
Eine dunkle Straße, in der sich eine Katze herumtreibt. Ein Zauberer erscheint und zieht das Licht aus den Straßenlaternen. Kurze Zeit später braust ein Motorrad mit einem Riesen vom Himmel. Die Katze ist plötzlich keine mehr, sondern eine Hexe. Und dieses illustre Trio legt ein Baby mit einem merkwürdigen Mal auf der Stirn vor der Tür eines typischen Vorstadthauses ab.... .... so beginnt die Geschichte um den wohl berühmtesten Zauberjungen der Welt.
Harry Potter ist ein fast 11jähriger Junge, der in wahrlich unschönen Verhältnissen lebt: er wird von den Dudleys mehr geduldet als wie ein Kind behandelt. Das ändert sich schlagartig, als per Eulenpost ein Brief mit einer Einladung an die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei eintrifft. Dieser Brief stellt das Leben des jungen Harry völlig auf den Kopf. Und si findet er sich kurze Zeit später inmitten eines zauberhaften Schlosses wieder, umgeben von vielen anderen Kindern, Zauberern, Hexen und Geistern.... und Neidern. Harry muß in seinem ersten Schuljahr so manches Abenteuer bestehen. Doch findet er in Ron und Hermine gleichgesinnte Gefährten; und in Dumbledore einen gütigen Schulleiter.
Harry Potter und der Stein der Weisen ist sehr kurzweilig geschrieben. Joanne K. Rowling versteht es meisterhaft, den Leser an die Hand zu nehmen und immer weiter in den Sog ihrer Geschichte hineinzuziehen.
Harry Potter und die Kammer des Schreckens.
In Hogwart gehen merkwürdige Dinge vor sich. Harry wird von einer unheimlichen Stimme bedroht. Dazu wird er von einem Hauselfen immer wieder in haarsträubende Szenen gelotst. Das Grücht um die Kammer des Schreckens und das was sie beherbergt hät die Schüler der Zauberschule in Atem.
Harry macht sich in diesem Teil wahrlich nicht nur Freunde.
Die Kammer des Schreckens. Wo ist sie verborgen? Was befindet sich darin? Und wer ist der geheimnisvolle Erbe Salazar Slytherins, Mitbegründer der Schule, der als einziger in der Lage sein soll, das Monster zu kontrollieren? Zeitweise scheint es Harry selbst zu sein. Als Rons Schwester in die Kammer verschleppt wird, bricht Harry zu einer Rettungsaktion auf. Wird es ihm gelingen, Giny zu retten und das Monster in der Kammer des Schreckens zu besiegen?
Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Harry ist mittlerweile im dritten Jahr auf der Zauberschule. Er ist so froh wie nie, als die Schule endlich wieder beginnt, denn wieder musste er seine Ferien bei den schrecklichen Dursleys verbringen. Und dann kommt auch noch die fürchterliche Tante Magda zu Besuch. Einfach grässlich. Aus Versehen lässt er sie mit einem kleinen Schwebezauber an die Decke abheben. Eigentlich bricht er damit eine Regel der Zauberer. Aber Harry droht kein Schulverweis, denn das Zauberministerium schützt ihn, da man vermutet, der gefürchtete Verbrecher Sirius Black -- aus dem gut bewachten Gefängnis Askaban entkommen -- ist hinter Harry her.
Der Leser erfährt in diesem Band viel über die Familie von Harry Potter. Wie starben seine Eltern? Wer ist dieser allgegenwärtige Typ, "dessen Namen nicht genannt werden darf"? Und was hat es mit Sirius Black auf sich? Ist er wirklich so gefährlich? Oder wird alles nur vom Zaubereiministerium aufgepuscht? Ist der gefährliche Sirius vielleicht nicht gar ein Freund?
Band 3 ist um einiges heftiger als die Teile davor. Allein die Schilderung der Dementoren (der Wächter des Zaubereigefängnisses in Askaban) und deren massenhaftes Auftreten am Ende des Bandes ist in meinen Augen nichts mehr für Kinder. Mit "Der Gefangene von Askaban" verläßt Joanne K. Rowling das Genre der Kinderbücher. Die Handlung wird anspruchsvoller und intensiver. Ein Genuß.
Ich hatte vor diesem Buch den Film im Kino gesehen und muß sagen: der Film wird dem Buch bei weitem nicht gerecht! Zu viele Nuancen wurden dem Action-Feuerwerk geopfert. Und so kann ich nur empfehlen, dass Buch zu lesen!
Harry Potter und der Feuerkelch
Quidditch-WM! Und Harry darf mit dabei sein. Doch plötzlich steigt das "dunkle Mal" auf. Ein Zeichen, mit dem sich Voldemorts Anhänger zu erkennen geben. Die Todesser sind wieder da! Panische Angst macht sich unter den Zauberern und Heyxen breit.
Lord Voldemort, auch bekannt als Tom Riddle, auch bekannt als das Böse in Person, hat längst nicht aufgegeben, Harry nach dem Leben zu trachten -- und langsam, ganz langsam gelingt es ihm neue Kräfte zu sammeln.
währenddessen richtet Hogwarts einen Zaubereiwettbewerb aus. Harry muß gegen Drachen antreten, seine Freunde aus der Hand von Wassermenschen befreien und sich durch ein dunkles Labyrinth kämpfen. Aber dann gerät er in Gefangenschaft und muß nun doch Lord Voldemort gegenüberstehen.
Nicht alle Handlungsträger überleben diesen Band. Und wer mit Band 4 noch immer von Kinder- oder Jugendbüchern spricht, sollte seine Erziehung überdenken. Denn - Band 4 trägt die Zeichen eines handfesten Krimis! Und dieses mal gibt es kein Happy End ...
Harry Potter und der Orden des Phönix
Ein richtig fetter Schinken, dieser Band. Die Dicke des Buches stellt alles bisher dagewesene an Harry Potter-Romanen in den Schatten.
Lord Voldemort dringt in Harrys Träume ein, Harrys Blitznarbe auf der Stirn schmerzt immer stärker. Die neue Lehrerin Dolores Umbridge macht ihm das Leben auch nicht leichter: Bezweifelt sie und mit ihr das Zauber-Ministerium doch weiterhin die Gefahr, die von Lord Voldemort ausgeht. Und: Was früher ganz klar schwarz oder weiß war, gut oder böse, entpuppt sich als undurchsichtig und vielschichtig, welches ist der rechte Weg? Harry wandelt sich vom staunenden Wunderkind zum nachdenklichen Jugendlichen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden: voller Fragen, Unsicherheit, Aufbegehren.
Die Geschichte um Harry Potter gewinnt an Fahrt. Während er weitere Details aus dem Leben seiner Eltern erfährt, lernt er neue Freunde kennen und muß sich mit einer ungewohnten Situation anfreunden: Dumbledore braucht Hilfe. Und Harry gründet die DA: Dumbledores Armee. Wird es ihnen gelingen, Lord Voldemort in die Schranken zu weisen?
Ein dramatisches Aufeinandertreffen im Innersten des Zaubereiministeriums verlangt alle verfügbaren Kräfte: Harrys und die des Lesers!
Harry Potter und der Halbblutprinz. Band 6
Der bisher letzte Teil der Harry-Potter-Saga. (Stand Oktober 2005)
Harry braucht diesesmal nicht bei den Dursleys den Sommer zu verbringen, denn Dumbledore holt ihn dort ab. (Übrigens eine witzige Episode, wenn man bedenkt wie Mr. Dursley zu Zauberern steht.) Harry wird tiefer und tiefer mit der Vergangenheit Lord Voldemorts vertraut gemacht. Alles deutet darauf hin, dass der Kampf zwischen Lord Voldemort und Harry Potter immer unausweichlicher wird.
Unterdessen geht der Schulbetrieb auf Hogwarts natürlich weiter. Wie gewohnt findet sich Draco Malfoy in der Rolle des unsympathischen Mitschülers wieder. Aber dieses mal geht es wohl weit darüber hinaus. Harry beobachtet Dinge die keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass Draco ein Todesser geworden ist. Aber ist dem wirklich so? Und welche Rolle spielt Snape in dem ganzen Szenario. Dumbledore vertraut ihm. Harry zweifelt daran.
Teil 6 um Harry Potter ist etwas langatmiger als Teil 5. Dabei werden aber vielschichtigere Geschichtenteppiche gewebt, als bisher gewohnt. Das ein HappyEnd wieder ausbleibt, das sogar das Unfaßbare geschieht - ich warte sehnsüchtig auf Band 7 .... Mögen uns die Verlage nicht so lange warten lassen.
