Lachs im Zweifel

Für Nichteingeweihte dürfte der Titel dieses Posts etwas absonderlich klingen. Insider ziehen sicher die Brauen hoch und schmunzeln in sich hinein. Warum?

Ich lese gern. Sehr gern. Am liebsten lese ich auf dem einzigen Örtchen dieser Welt, an welchem man normalerweise immer allein ist. Nein – nicht im Bett, liebe Singles. Im Bett lesen ist mir auf längere Zeit nicht möglich. Vielleicht hat das anatomische Gründe über die ich mir nie Gedanken mache. Nein – die Rede ist vom … nennen wir es beim Namen … Klo. Ich lese am liebsten auf dem Klo. Ich weiß, dass ich damit nicht allein auf dieser Welt bin. Also schau nicht so irritiert.

Gerade lese ich dort ein ganz spezielles Buch. Dieses Buch trägt den Titel „Lachs im Zweifel„. Geschrieben hat es … Nein. Es wäre falsch zu sagen, dass er es geschrieben hat. Vielmehr ist es ein Sammelsurium verschiedener Idee, Texte und Vorträge aus dem Leben des Schriftstellers, der mich im Laufe der Jahre immer wieder zu fesseln, zu begeistern und zu unterhalten wußte. Und wenn ich „immer wieder“ schreibe, dann meine ich das auch so. Von wem in aller Welt ich hier schreibe? Von keinem Geringeren als Douglas Adams. Er ist mein absoluter Lieblingsschriftsteller. Leider wurde er viel zu zeitig dahingerafft bzw. fiel einem heimtückischen Herzinfarkt zum Opfer, welcher ihn ausgerechnet an einem Ort heimsuchte, an dem man alles möglich unternimmt, um eben nicht Opfer des selben zu werden: in einem Fitnessstudio. Aber das nur so am Rande. Es ist schon tragisch genug, dass er nicht mehr schreibt.

Douglas Adams ist der unvergleichliche Schöpfer der fünfteiligen Triolgie „Per Anhalter durch die Galaxie“ und spätestens jetzt wird wohl jeder wissen, um wen es geht. Wer hat noch nicht vom Anhalter gehört? Ich meine damit nicht den unsäglich schlechten Film, der vor Jahren in die Kinos kam. Um Himmels Willen nein. Der Film ist unwürdig, dass Douglas Adams dafür seinen Namen hergeben musste, weil er sich nicht mehr dagegen wehren konnte. Das ist meine Meinung und mich schüttelt es immer wieder an diesen Fehltritt der Filmindustrie.

Douglas Adams - Lachs im Zweifel

Douglas Adams – Lachs im Zweifel

Lachs im Zweifel ist, wie schon bemerkt, eine Sammlung von unfertigen Texten, Zeitungsartikeln und Manuskripten aus vielen Douglas Adams Jahren. Ich lese diese Buch unglaublich gern, denn es offenbart bei jedem Lesen neue Nuancen seines Geistes. Und ich sage dir, dass war ein Geist von der Größe eines Planeten. Seine Texte sind sehr, sehr intellektuell, äußerst scharfsinnig und mit unglaublichem Witz gewürzt. Es macht furchtbar viel Spaß in die vielen kleinen Douglas-Universen hinabzutauchen, seinen Gedankengängen zu folgen und dabei immer wieder von der erfrischenden und erstaunlichen Einfachheit seiner Herangehensweisen and die großen und kleinen Probleme dieser Welt zu kosten. Douglas‘ Texte laben meine Seele. Ich muss sie immer und immer wieder lesen. Ich muss über sie nachdenken. Ich muss sie drehen und wenden und stets darauf gefaßt sein, was sie mir Neues offenbaren.

Der Höhepunkt des Buches ist für mich nicht die aus unfertigen Kapiteln und Ideen zusammengeklöppelte Story des Buches, an dem Douglas Adams zuletzt arbeitete – „Lachs im Zweifel“. Obwohl ich stets wehmütig werde, wenn ich mich wiederholt dabei ertappe, wie mich die Story in ihren Bann schlägt. Nein – mein ganz persönlicher Höhepunkt ist sein Stehgreifvortrag anläßlich der Digital Biota 2 in Cambridge, September 1998 zum Thema „Gibt es einen künstlichen Gott?“. Darin unterteilt er das Leben in vier Sandsteinzeitalter und leitet daraus die Existenz eines künstlichen Gottes ab. Douglas Adams macht das auf eine dermaßen raffinierte und kluge Art und Weise, dass mir jedes Mal der Unterkiefer herunterklappt, während ich staunend die Augen aufreiße.
Ich liebe seine Art zu denken. Ich bewundere seine Fähigkeit, ungeheuer komplexe Dinge in einfache Worte zu fassen.

Ich werde nie wie Douglas Adams schreiben können. Das kann niemand. Aber ich habe in ihm mein Vorbild gefunden.

Auf dem Klo liegt „Lachs im Zweifel„. Ich hatte das Buch erst vor zwei Wochen zum wiederholten Mal durchgelesen. Und ich habe einfach gleich wieder von vorn angefangen. Ich werde mich nachher wieder über Frank den Vandalen beömmeln und über Douglas‘ bestechende Beschreibung der IT-Welt aus Sicht eines Apple-Jüngers, der er nun mal war. Aber vieles ist ganz einfach portierbar auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

Wenn ich „Lachs im Zweifel“ wieder durch habe, greife ich vermutlich zu „Die Letzten ihrer Art„. Das Buch, auf welches Dougles selbst am stolzesten war. Ich bin der Meinung, dass er dies völlig zurecht war. Es ist ein fantastisches Buch und definitiv eine Leseempfehlung. So wie „Lachs im Zweifel“. Aber Vorsicht – das Buch und damit das Adamsche Universum birgt ein nicht zu unterschätzendes Suchtpotential. Ich bin gern süchtig. 🙂 Und du?

2 Antworten

  1. Stübe sagt:

    hi jörgi, wo sind die aktuellen Bilder?
    mein web postfach war wieder mal voll:) und ich dachte Du wolltest die gleich in den Baublog einpflegen:) -ein schönes Wort:)
    frohes schaffen, deine liebe(nervige) schwiema;)

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