Holz100 – das Holzhaus aus purem Holz

Ich denke, es ist an der Zeit mal ein paar Worte zum Holz100-Haus zu verlieren, für welches wir uns entschieden haben. Für viele ist es doch ein unbekanntes Terrain – so ein Holzhaus. Ich merke das immer wieder wenn die Gespräche auf das Thema Hausbau kommen und ich voller Stolz erzähle: „Wir bauen ein Massivholzhaus – ein Holz100-Haus.“

Was ist ein Holz100-Haus?

Ganz einfach gesagt: es ist ein Massivholzhaus. Es ist kein Blockhaus. Ein Holz100-Haus basiert auf einem Patent der Firma Thoma Holz GmbH. Deren Inhaber – Herr Thoma – hat quasi das Holzhaus neu erfunden. Holzbretter werden waagrecht, senkrecht und diagonal so übereinandergeschichtet und verdübelt, so dass große Bauelemente entstehen. Daraus wird dann im CAD-Verfahren die Öffnungen für Türen und Fenster, etc. herausgefräst. Dabei kommt man ohne Leim oder Metall zu richtig dicken, massiven Holzwänden. Zusammengehalten werden die Holzschichten durch Holzdübel. Klingt erstmal wie ein IKEA-Regal, oder? Der Clou an der Sache liegt wohl darin begründet, dass die Holzdübel furztrocken sind, wenn sie die Holzschichten durchdringen. Da Holz immer irgendwo Feuchtigkeit enthält, nehmen die durstigen Dübel diese Feuchtigkeit auf. Und was passiert wenn Holz auf Nässe trifft – es quillt! Durch diesen Quellvorgang halten die Holzschichten zusammen. Und genau das macht sich das Holz100-Haus zunutze. Dabei ist die entstehende Verbindung zwischen den Holzschichten und den Dübeln in etwa mit einem normaler Ast an einem normalen Baum zu vergleichen. Es hält halt bombenfest zusammen.
Laut der Thoma-Homepage wurden sogar in Japan Holz100-Häuser gebaut. Das mag nicht so erstaunlich klingen, gewinnt aber an Bedeutung wenn man weiß, das Japan ein geologisch bedingtes Erdbebenwohngebiet ist. Diese Erdbeben treiben es manchmal gar toll in Japan. Den dortigen Holz100-Häuser macht dies aber wohl nichts aus. Die stehen. Gut – ich habe mich jetzt nicht persönlich davon überzeugt, aber es klingt plausibel für mich.

Weiterhin sprechen noch einige andere Dinge für das Holz100-Haus:

  • gesundes Raumklima
  • natürliche Klimaanlage durch volles Holz
  • feuerbeständiger als Ziegelhaus oder Stahlbeton
  • hundertprozentig kondenswassersicher, winddicht, wärme- und schalldämmend
  • innerhalb von 4 Tagen steht das Haus!
  • Ökoligisch hervorragende Bilanz- hinterlässt kein schwer zu entsorgenden Bauschutt, ist CO2 neutral und nutzt regional vorhandene Resourcen.

Warum bauen wir ein Holz100-Haus?

Eine gute Frage. Vielleicht weil sich meine Frau ein ökologisches Haus in den Kopf gesetzt hatte. Vielleicht auch weil wir uns vorgestellt haben, dass das Raumklima in einem Holzhaus so ganz anders sein muss, als in einem „normalen“ Haus. Ein Holzhaus bedeutet für uns einfach „Natur“. Und so versteiften wir uns sehr früh in der Bauplanungsphase darauf, ein Holzhaus zu bauen. Auf Holz100 sind wir wenig später gekommen, nachdem wir uns durch x verschiedene Holzhausanbieter gegoogelt hatten. Letztlich gab die Gunst des Moments dem Holz100-Haus den Zuschlag. Das Prinzip fanden wir einfach gut. Einfach so. Die Holz100-Philosophie fand gewissenmaßen ein Echo in uns und brachte gewisse Saiten harmonisch zum schwingen. Ein paar Bilder von Holz100-Häusern und der Besuch von 2 Holz100-Häusern überzeugten uns dann vollends, um hinter die Frage „Was für ein Haus wollen wir bauen?“ ein selbstbewußtes Häkchen zu setzen.

Außerdem hatten wir in früheren Wohnungen auch schon mal mit Schimmel zu kämpfen. Das kann uns mit einem Holz100-Haus nicht passieren. Da nur Holz ohne Leim zum Einsatz kommt, kann Luftfeuchtigkeit durch das Holz hindurch diffundieren. Ein atmungsaktives Haus!

Als Holz kommt sogenanntes Mondholz zum Einsatz. Das klingt erst einmal ziemlich esotherisch angehaucht, nicht wahr? Irgendwie ist es das auch, aber das stört uns nicht. Wir sind auch irgendwie angehaucht. Zurück zum Mondholz – Wikipedia sagt dazu:

Unter Mondholz bzw. Mondphasenholz versteht man Holz von Bäumen, die unter Berücksichtigung des forstwirtschaftlichen Mondkalenders gefällt wurden. Diesem Holz werden besondere Qualitäten hinsichtlich seiner Stabilität, Haltbarkeit, Feuerbeständigkeit, Härte, Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge u. a. nachgesagt.

Auch wenn das wohl noch nicht wissenschaftlich belegt ist, es klingt einfach gut und für unser Holz100-Haus wird Mondholz verwendet. Es ist aber erwiesen, dass einige der ältesten Holzhäuser ebnfalls aus Mondholz gebaut sind. Randnotiz: Gefertigt wird unser Haus in Lahr (Schwarzwald).

Bauen wir das ganze Haus in Massivholzbauweise?

Nein – nicht das ganze Haus. Das ist zwar möglich, sprengt aber unser Budget. Wir werden nur die Außenwände in Holz100-Bauweise bauen. Alle anderen Wände werden in Holzständerbauweise errichtet. Das ist die günstigste Variante und auch die am leichtesten umsetzbare. Der Keller wird gegossen, da ist klar. Alles andere was „oben“ zu sehen ist, wird Holz sein. Bis auf die Dachziegel. Die sind nicht aus Holz.
Genauer gesagt: Die Holz100-Wände und Pfosten sind 36cm dicke Holzboliden. Auf die Außenwände kommt dann noch Dämmung aus Holzfaserplatten drauf und ganz außen tendieren wir zu einer Verschalung. Vermutlich aus Lärchenholz. Das bleicht in der Sonne in dieses holzige Grau aus und gibt dem Holzhaus ein weithin sichtbares Holzflair. Ich möchte aber gleich sagen, dass man ein Holz100-Haus auch als ganz normales Haus „tarnen“ kann. Es kann wie alle anderen Häuser auch verputzt werden. Wir wollen aber, dass unser Haus wie ein Holzhaus aussieht. 🙂

Unser Holzhaus lebt und wir leben in ihm. Eine schöne Vorstellung.

Wenn du mehr über Holz100-Häuser wissen möchtest, besuche einfach die Thoma-Homepage oder – was empfehlenswert ist – lies eines der Bücher von Erwin Thoma.

2 Antworten

  1. VonWilmowsky sagt:

    Ich kann euch nur zu eurer Entscheidung beglückwünschen! Bekannte von mir wohnen in einem Holz100haus und ich war wirklich erstaunt wie toll das ist. Ganz ehrlich, als sie mir gesagt haben, sie wohnen in einem Holzhaus, da hatte ich ein undichtes Haus, durch dessen Wände der Wind pfeift im Sinn. Umso größer war mein Erstaunen als ich dort eintraf: Eine komplett dichtes Haus, in dem die Luft sogar beser war als in jedem anderen Haus, das ich kenne – und kein bisschen zugig. Außerdem sehr schick anzusehen. Sollte ich irgendwann im Lotto gewinnen, weiß ich, was ich mir gönnen werde 😉

    • Themenmixer sagt:

      Irgendwie muss es auch ohne Lottogewinn gehen. Aber ich bin der Überzeugung, dass man sich im Leben nur EIN Haus baut und das Holz100-Haus erscheint mir als die langlebigste und angenehmste Form des Wohnens. Ich bin total gespannt, wie es weiter geht und vor allem …. WANN!
      Einen lieben Gruß an dieser Stelle an das Bauordnungsamt (inkl. Wink mit dem Zaunpfahl!).

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