Gebäudeversicherung, Elementarschaden und Bautrocknung

Das unsere Keller neulich von einer Sintflut heimgesucht wurde, hatte ich ja in diesem Artikel geschrieben: Eine mühsame, grauenvolle Nacht und ein feuchter Keller

So ein unerhörter Vorfall naturgewaltlicher Entgleisung zieht für den gemeinen Häuslebauer und -besitzer sofort energische Maßnahmen bürokratischer Ausprägung nach sich:

Wohngebäudeversicherung inkl. Elementarschaden

Glücklicherweise hatten wir erst letzten September eine nigelnagelneue Gebäudeversicherung bei der AIG – WüBa abgeschlossen. Diese Versicherung beinhaltet auch Elementarschäden, also Schäden am Gebäude, die durch die Elemente verursacht worden sind. Eine Sintflut ist ein solches Ereignis elementarer Urgewalten, denn das zur Schadenserzeugung eingesetzte Wasser entspringt nicht einem normalen Wasserleitungsrohr, sondern z.B. durch himmlische Wassermassen. Schäden durch Leitungswasser sind meist mit einer normalen Gebäudeversicherung abgedeckt; für „Wasser von außen“ braucht’s dann eine Erweiterung der Versicherung gegen sogenannte „Elementarschäden“. Ich meine mich daran zu erinnern, dass unser Versicherungsmakler uns das genau so erklärt hat. Infolge dessen waren wir nun froh, dass unsere Gebäudeversicherung genau diese Elementarschäden mit beinhaltet. Einem reibungslosen Abwickeln des Folgezirkus scheint demzufolge nichts im Wege zu stehen. (An mir knabbern gerade noch die 10% Selbstbeteiligung (mind. 250€) , die aber normal zu sein scheinen. *seufz*)

Bautrocknung im feuchten Keller

Nun – die Versicherung empfahl uns gleich ein Unternehmen zur Bautrocknung, dessen Vertreter auch einen Tag später bei uns aufkreuzte und unseren Keller besichtigte. Das Ergebnis der Analyse und damit Bestandteil des Auftrags: 14 Tage lang stehen drei Bautrockner im Keller und rackern sich die Lager wund. Stand heute tun sie das auch und sorgen für einen steten Geräuschpegel. Bin gespannt wann er uns so richtig auf die Nerven geht.

Zur Trocknung haben die Spezialisten Luftrohre in unsere Fermacellwände gesteckt, um die dahinter befindliche Dämmung aus Holzfaserplatten zu erreichen.

Künstliche Beatmung der Holzfaserplatten hinter den Fermacellplatten unserer Holzständerwände

Im Rahmen der Bautrocknung nach Überflutung des Kellers: Künstliche Beatmung der Holzfaserplatten hinter den Fermacellplatten unserer Holzständerwände

Vierzehn Tage rumort es also im später nicht mehr feuchten Keller herum. Vierzehn Tage dauert so eine Bautrocknung. Das ist Wissen, welches ich vorher nie hatte und von dem ich nicht mal die leiseste Ahnung eines Traumes hatte. So eine kleine Umweltkatastrophe bildet ungemein! (Trotzdem gehört dies zu den Dingen, die Mensch nicht unbedingt mitmachen muss!)

Schadensmeldung an die Hausratversicherung

In des haben wir uns den Schaden angesehen, den das Wasser im Keller angerichtet hat. Was bisher wie ein Fluch auf uns lastete, erwies sich dabei als Glücksfall, denn: unser Keller ist noch im Rohbauzustand und noch nicht zur Einliegerwohnung ausgebaut. Der Ausbau sollte in Kürze starten, aber das Schicksal schmiss uns den feuchten Knüppel zwischen die Beine. So ganz untätig waren wir aber nicht gewesen und hatten schon diverse Einrichtungen für die Wohnung eingelagert: Küche, Schränke, Betten standen schon parat. Dazu kamen noch etliche persönliche Dinge, Baumaterial und allerlei Zeug, was sich nach einem Bezug erst einmal im Keller verkrümelt, um Jahre später für freudige Momente zu sorgen. Bücher, Bücher und Bücher gehörten zum Beispiel ebenso dazu, wie Fotoalben, Bastelsachen, Bilderrahmen, Schallplatten, Deko u.s.w.

Fast alles davon ist nun hinüber, weil es auf dem Boden stand. Die ganzen Holzmöbel kann man in der Pfeife rauchen: wenn das Zeug mal im Wasser stand, quillt es auf und lässt sich partout nicht mehr zusammenbasteln. Jedenfalls nicht haltbar. Meine über Jahre aufgebauten Sammlungen von Star Wars Büchern und fast die kompletten Karl May – Bücher … kaputt … meine Güte. Ich habe sie so lange mit mir „geschleppt“. Aber nun … So ein Mist! Ebenso die medizinischen, chemischen Fachbücher meiner Frau, meine Bücher über Uhren und Fachliteratur fürs Webdesign … mit aufgequollenen Leibern stehen die Wälzer im Keller.

Von den ganzen anderen Sachen reden wir mal gar nicht erst.
Wir meldeten die Liste an die Versicherung und diese kündigte für bald einen Gutachter an, nachdem ich zugeben musste, dass dies meine erste Überschwemmung ist. Ich bin mal gespannt, was der hier so veranstaltet. Vermutlich glaubt die Versicherung, dass wir nicht in der Lage sind, den Wert des Schadens einigermaßen genau zu beziffern. Ich bin jetzt doppelt gespannt, was der Gutachter ausrechnen wird.

Unsere Haustür zur Ferienwohnung wurde heute auch begutachtet: sie hat alles ziemlich schadlos überstanden und muss nur etwas abgeschliffen und geölt werden. Die Summe für die Tür können wir aus unserer Schadensmeldung also gleich wieder rausrechnen.

Die Stütze der Kellertreppen hingegen muss neu gefertigt und montiert werden. Eigentlich der komplette untere Abschnitt der Kellertreppe, denn die ist ne Sonderanfertigung und so beschaffen, dass „nur den Fuß auswechseln“ nicht funktioniert. Hier warten wir noch auf das Angebot.
 

Container zur Müllentsorgung nach der Kellerflutung

Unterdessen versuchte ich schon die Sache mit dem Container zum Abtransport der kaputten Sachen in die Wege zu leiten. Wir haben hier ein Unternehmen vor Ort, über welches ich bereits kurz nach dem Einzug einen Container habe kommen lassen. In meiner Erinnerung war das alles zu meiner Zufriedenheit abgelaufen und so kontaktierte ich die Firma erneut. Aber so einfach wollten die jetzt keinen Container mehr rausrücken. „500€ Vorkasse bei privatem Container. Bei bar auf die Hand, gibts gegen Quittung den Container umgehend vor die Türe. Was zuviel bezahlt wurde, wird zurück überwiesen.“ Ich schluckte hörbar am Telefon, woraufhin mir ausführlich von der schlechten Zahlungsmoral privater Containernutzer und daraus resultierenden enormen Anzahl laufender Rechtsstreitigkeiten berichtet wurde. Immer mit dem Zusatz, dass ich den neuen Gegegebenheiten mein Verständnis zollen und die Entschuldigung annehmen solle. *seufz*

Ich wollte das nun wiederum zunächst mit der Versicherung klären, aber die klärte mich zu meiner Verblüffung gleich darüber auf, dass die Container-Geschichte nach dem Gutachten und der Freigabe durch die Versicherung ohne mein Zutun in die Wege geleitet werden würde. Ganz ehrlich – ich finde das gut. Wieder etwas, um das ich mich nicht selbst kümmern muss.

Tja … So sieht’s aktuell aus. Die Bautrockner legen 14 Tage lang den feuchten Keller trocken. Die Wohngebäudeversicherung (Link führt zu einem Versicherungsvergleich) mit der Elementarschadenversicherung übernimmt gegen eine 10%ige Selbstbeteiligung die Kosten. Ein Gutachter wird irgendwann hier aufschlagen und gutachten.

Wenn es dann wieder etwas neues gibt oder ich mich nur noch per Schrift artikulieren kann, weil ich gehörtechnisch bautrocknergeschädigt bin, melde ich mich wieder. 🙂

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