Fahrrad-Diebstahl

Da fahre ich nun seit Jahren mit dem Fahrrad ins Büro und noch nie ist irgendwas passiert. Ok – die üblichen Platten und der eine oder andere Sturz zählen da nicht. Das gehört dazu. Auch heute war ich wieder unterwegs. Und dann – zum Feierabend – habe ich mich wieder in meine Fahrradklamotten geworfen und freute mich auf ein entspannendes Heimradeln bei herrlichsten Frühlingswetter. Doch als ich draußen war … fand ich mein Fahrrad nicht. Zuerst glaubte ich noch an einen Scherz der Kollegen, aber dann … keiner hat sich einen Scherz erlaubt. Das Fahrrad war weg.

Dabei hatte meine persönliche Saison gerade erst begonnen. 99km standen bisher zu Buche, was 2,5 Tage ausmacht. Ja – meine tägliche Strecke betrug immer 40km: 19km hin und 21km zurück. Das mehr an Kilometern auf dem Heimweg resultiert aus einem ziemlichen Bogen, den ich dann fahre. Das ist gewollt! Ich fahre ja zum Spaß und um Kilometer zu sammeln. Letztes Jahr schaffte ich so einen neuen persönlichen Rekord: 5084km Jahresleistung standen am 31.10.2011 zu Buche!
Viele Kilometer bedeuten im Laufe der Wochen einen recht ansprechenden Gewichtsverlust. Das ist auch nötig, denn über den Winter futtere ich wie ein Scheunendrescher. Daher sind die ersten 10 Tage mit dem Rad immer nicht so erbaulich. Mehrmals auf dem Weg ins Büro möchte ich sterben. Fitness ist anders. Aber ich beiße mich durch und irgendwann geht’s dann einfacher. Aufgrund der körperlichen Füllmengenreduktion nenne ich diesen Fahrrad-Wahn immer „Operation Adonis“. Zum Adonis werde ich nicht mehr; das Alter läßt das scheinbar nicht mehr zu. Oder ich futtere einfach zu gern weiter. Egal, ich schiebe es aufs Alter. Doch wenn ich dann den Gürtel meiner Jeans um ein Loch enger schnallen kann, ohne den Bauch zu sehr einziehen zu müssen, dann erfüllt mich das mit einer gewissen inneren Befriedigung. Ein wenig eitel bin ich da schon! Auch daran ist das Alter schuld! 😉

Und jetzt? Jetzt fühle ich mich auf ganzer Linie ausgebremst. So als hätte mir jemand bei voller Fahrt nen Knüppel zwischen die Speichen gesteckt. Dabei hatte ich meinen Drahtesel erst letzte Woche aus der Werkstatt geholt. Ich wollte zum Saisonstart mit einem sicheren Fahrrad antreten. Im nachhinein bin ich jetzt ganz froh darüber, dass ich keinen Wechsel irgendwelcher Komponenten wollte. Immerhin hatte ich mein Fahrrad erst letztes Jahr im Spätsommer für viel Geld generalüberholen lassen. 380€ hatte mich der Spaß gekostet. Danach noch neue Fahrrad-Mäntel: Marke Schwalbe Marathon. Auf Empfehlung! Nicht günstig aber gut. 100€ drauf. In der Summe hätte ich mir inzwischen fast ein neues Rad kaufen können. Egal – mein Rad tat wieder tapfer seinen Dienst und ließ sich von mir über die sagenhafte 5000km-Marke reiten. So gut war mein Fahrrad!

Und jetzt?
Mir einfach mal eben so ein neues Fahrrad kaufen ist nicht. Ich baue! Da drehe ich inzwischen jeden EURO dreimal um. Eigentlich wollte müsste ich mir mal einen neuen Rechner zulegen. Das schiebe ich auch schon viel zu lange vor mir her und schimpfe dann wieder wie ein Rohrspatz über die lahme Hütte von senilem Rechenschieber. Meine paar Webseiten schwächeln extrem. Google hat mir die Gunst vergangener Jahre entzogen, als wäre Google daran gelegen, mich so richtig hängen zu lassen! Das musst du dir mal vorstellen! Ich nehme das langsam persönlich. Vielleicht ist mein verschwundenes Fahrrad das Werk Googles?

Jetzt recherchiere ich wegen der Versicherung.
Ich bin hausratversichert. Hoffentlich tut meine Versicherung jetzt mal was für mich, nachdem ich seit vielen Jahren nur etwas für sie tue. Laut Police ist Fahrraddiebstahl abgedeckt. Na immerhin. Bloß muss ich dann morgen erstmal zur Polizei und den Diebstahl anzeigen. Dann hat die Polizei 3 Wochen Zeit, mein Fahrrad zu finden. Wenn die Zeit rum ist kann ich mir die Erfolglosigkeit dieses Unterfangens bestätigen lassen und erst dann kann u.U. meine Versicherung was machen. Cool, nicht? Ich rechne als mal mit bis zu 5 Wochen, bevor ich unter Umständen den Verlust ersetzt bekommen könnte. Und bis dahin …?

Morgen rufe ich erstmal meinen Versicherungsbeauftragten an und schau mal was der sagt.

Und dann werde ich mir wohl oder übel in die Finger beißen und mir ein neues Rad kaufen. Eines mit Selbstverteidigungsanlagen: Elektroschock, Selbstschuss, automatische Selbstzerstörung. Oder so. Ich kann nicht so lange kein Fahrrad fahren. Das kommt seelischen Grausamkeiten gleich. Da muss ich schon zum Schutze der Gemeinheit reagieren. Wer weiß wozu ich fähig bin, wenn ich wochenlang bei schönstem Sonnenschein Zug fahren muss! Ich will das gar nicht ausloten.

Doch wer weiß – vielleicht steht mein Fahrrad morgen wieder an Ort und Stelle? Vielleicht war es gerade mal auf Toilette? Oder kurz eine rauchen? Wir werden sehen ….

1 Antwort

  1. 2. Oktober 2012

    […] in dieser Zeit begab es sich letzte Woche, dass mir mein langjähriger Begleiter entführt wurde. Mein Fahrrad wurde geklaut. Vom Täter nach wie vor keine Spur. Kein Wunder bei dem Wunderrad. Den holt niemand mehr ein. Meine […]

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