Eine mühsame, grauenvolle Nacht und ein feuchter Keller

Dieser Artikel ist eigentlich der Auftakt zu einer Reihe(?) von Artikeln, die sich mit dem Problem feuchter Keller beschäftigen wird. Vielleicht packe ich alles in einen einzigen, stets aktualisierten Artikel, vielleicht werden es mehrere Posts. Nicht, dass ich mir dieses Thema ausgesucht habe, nein – es wurde mir quasi ins Haus gespült.

Das letzte Wochenende brachte zum wiederholten Male dieses Jahr hochsommerliches Wetter. Dazu kam eine gnadenlose Schwüle. Als erfahrener Wetteraugure prophezeite ich Gewitter für den Abend. Herr Kachelmann bestätigte dies auf seinen einschlägigen Seiten. Und das Wetter hielt sich daran, in dem es am Abend eine mächtige Gewitterfront über den Bodensee schickte. Es fegte und schüttete und blitzte wie verrückt. Manchmal mit Sound. Aber eigentlich war die ganze Show ziemlich harmlos im Vergleich zu dem, was uns nächtens heimtückisch widerfahren sollte.

Wir schliefen oder taten nur so. In einem Holzhaus mit Dachfenstern ist es im Obergeschoss recht sommerlich des nachts und so gar nicht mein Ding. Ich kann bei Hitze nicht gut schlafen. Da die Nächte zuvor bereits recht schlaflos waren und ich Montagfrüh wieder raus musste, kämpfte ich verbissen um Schlaf. Draußen spielte die Welt ihren Untergang durch, denn es goß wie ich es noch nie (oder selten) erlebt habe. Ein großes Rauschen erfüllte den Raum. Es plätscherte – nein, es klatschte – ununterbrochen gegen die Fenster.

Die Nacht ging und mit ihr ein kleines Etwas von Schlaf. Der Wecker klingelte pflichtbewußt. Ich lauschte nach draußen: Ruhe. Kein Rauschen mehr. Gut.

Ich stand auf und schlich dahin, wo gerade aufgewachte Menschen gern hinschleichen. Plötzlich stand meine Tocher in der Tür und und meint „Papa, wisst ihr schon, dass unser Keller unter Wasser steht?“

Häh? Seit wann sind Witze am Morgen so platt? Und das noch am Montagmorgen!

Aus dem Schlafzimmer drang ein verschlafenes „Haha!“ …

„Nein, wirklich! Der Keller ist voller Wasser!“, beharrte meine Tochter auf ihrer Meinung.

Wenige Sekunden später standen wir auf dem Absatz der Kellertreppe und blickten auf ein stilles, trübes Meer. „Ach du meine Güte!“, „OMG!“ oder „F*CK!“ waren nur die harmlosesten Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, bevor sofort die Rationalität die Kontrolle über das Bewußtsein erlangte …

Feuchter Keller: Das Wasser im Keller steht hoch!

Feuchter Keller: Das Wasser im Keller steht hoch!

Seit letztem Montag haben wir also einen feuchten Keller. Und das trotz „Weißer Wanne“! Unsere weiße Wanne hat nur eine Schwachstelle: die Haustür zur geplanten Ferienwohnung. Und genau diese Lücke in der Wasserabwehr nutzte das Unwetter in der Nacht vom letzten Sonntag zum Montag gnadenlos aus. Das Fazit dieser Nacht: 10cm Wasserpegel im kompletten Keller. Alles stand unter und im Wasser. Was haben wir in die Wege geleitet? Und wie geht es weiter? Du erfährst es in diesem und den folgenden Artikeln … ähm … du liest ja gerade das Vorwort. 😉

Später am Tag gelang es mir ein paar Minuten Rechnerzeit zu ergattern und ich erinnerte mich der Worte meines Vaters, welcher am Telefon von einer Unwetterwarnung für den Bodensee und speziell auch Friedrichshafen erzählt hatte. Ich rief die Wetterseite von Jörg Kachelmann auf und spulte das Bodensee-Regenradar auf 3:30Uhr schnell zurück. Ab da dann langsam weiter rückwärts … Ab kurz vor 1:00 Uhr begann das meteorologische Grauen: ein mächtiges Regengebiet näherte sich von Westen … und verbrachte satte 3 Stunden über uns. Die Regenmengenfarben eierten dabei stets zwischen 24 und 40 mm pro Quadratmeter. Innerhalb von ein paar Stunden gingen hier Unmengen von Wasser runter. Zuviel Wasser für unseren noch nicht fertiggestellten Außenbereich.

Bei Tageslicht betrachtet wurde schnell klar, dass wir eigentlich keine Chance gehabt haben: das Wasser muss an der Außenwand sehr hoch und damit viel höher als die Türschwelle gestanden haben. Wasser ist bekanntlich recht findig im Ausnutzen von Ausbreitungsmöglichkeiten. Das Unwetter kannte keine Skrupel und bahnte sich seinen Weg in unser Haus. Als wir nachschauten, war das Wasser bereits weg! Vermutlich von unserer Soforthilfemaßnahme in die Flucht geschlagen:

Wasserstand an der Kellerwand (außen) und misslungener Rettungsversuch

Man sieht deutlich, wie hoch das Wasser an der Außenwand gestanden hat. Außerdem ist unser erster verzweifelter Rettungsversuch zu sehen: leider war dieser komplett fehlgeschlagen!

Was ich sonst nur von Fernsehbildern her kenne, war mir nun selbst widerfahren. Ohne Tür hätte das Wasser keine Chance gehabt, denn unser Keller ist eine sogenannte „weiße Wanne“ – arschteuer, aber dicht. Doch so half auch das Wannenwunder nichts.

Bei dieser Überraschung und ohne Erfahrung in derlei Dingen reagierten alle Familienmitglieder erstaunlich cool und gelassen auf das Fiasko. Wie wir die Krise in den Griff bekamen und was wir alles unternahmen bzw. noch unternehmen erfährst du in Kürze … (Wenn das mal kein ausführliches Vorwort ist …. )

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