Die Kunst, nichts zu tun.

Seit letzter Woche habe ich Urlaub. Also genau genommen seit diesem irren Pfingswochenende 2014, welches (nicht nur) über mich mit mehreren 30°C hergefallen war. Warum ich ausgerechnet bei meinem ersten längeren Urlaub seit einem dreiviertel Jahr solch ein Sauwetter erwischen musste? Ich meine – da himmeln und jauchzen die werten Sonnenanbeter bereits morgens beim erwachen und ich konnte froh sein, dass ich kurz vorher eingeschlafen war. Ich halte tropische Temperaturen im Schlafzimmer extrem hinderlich für einen angemessenen Erholungsschlaf. Wenn ich in weiser Voraussicht erst zwischen 1Uhr und 2Uhr ins Bett wankte und dabei meine triefende Haut auswrang, schlupfe Gevatter Schlaf aus dem Bett und grinste sich höhnisch einen weg.



Aufwachen war in der ersten Urlaubswoche stets um 5.33Uhr, um 6:40Uhr, um 7:xxUhr … und um 8:xx Uhr … und dann irgendwann gegen 9:xx Uhr wieder. Nach ein paar Tagen geht der aufrechte Urlauber von heute überhaupt nicht mehr aufrecht. Im Gegenteil: der aufrechte Gang pfeifft auf die Evolution und beugt sich statt dessen dem Klima. Mitunter möchte ich dann wie eine Seekuh am Bodenseeboden grasen; da wo es schön kühl ist.

Jetzt habe ich die zweite Woche Urlaub. Glücklicherweise haben sich die Temperaturen auf ein erträgliches Maß einpendelt. Ich brauche nachts sogar eine Decke! Mehr Schlaf bekomme ich aber auch nicht. Weil die böse FIFA jetzt eine Weltmeisterschaft veranstaltet und ich als ehemals fanatischer Fußballgucker und -kommentator mir die Nächte mit lahmen Spiele um die Ohren haue. Gestern Abend bei Ghana – USA reichte es nur noch für eine Halbzeit. Dann bin ich ins Bett gestolpert. Ich mache schlapp! Ob das das Alter ist?

All dieses nervenzerfetzende Urlaub machen mit vielerlei Badeanstaltbesuchen und wenig Schlaf hat einen gravierenden Einfluß auf mich: es hindert mich erfolgreich daran, das zu tun, wozu ich Urlaub gern „mißbrauche“: zum arbeiten. Ich hätte jetzt die Zeit, all diese unerledigten Texte, Analysen, Verbesserungen, Texte, ReDesigns, Ausflüge, Dokumentationen und noch mehr Texte zu machen, zu denen ich im normalen Alltag nicht komme. Aber was mache ich: nichts! Weil die Power im Kopf einfach off ist. Und nicht ON. Das hat sich nach einer Woche Nichtstun noch immer nicht geändert. Im Gegentum: dieses aufgestaute Nichts sorgt allenthalben für ein mieses Gefühl, weil es raus möchte. Nein – weil es raus muss! Das Wissen um die unerledigten Dinge hindert mich daran, Urlaub gemäß der Definition zu machen. Oder ist das Nichtstun etwa Urlaub? Verstehe ich hier etwas grundlegend falsch?

Ich könnte noch ein wenig weiterlamentieren und mich z.B. darüber auslassen, dass ich beim WM-Tippspiel in der Firma den bravourösen vorletzen Platz belege, was sicher nur daran liegt, dass ENG – ITA eben nicht 4:4 endete und ich auch das Wiedererstarken des holländischen Fußballs nicht berücksichtigt hatte, aber … och schau mal .. Teddy …..

Teddy

Teddy – wieder beruhigt nach der unheimlichen Begegnung mit einem sehr mystischen Hund.

Teddy holt Stöckchen

Teddy holt Stöckchen – ein lustiges Spiel welches für Teddy allerdings nach 4-5 Würfen massiv an Untehaltungswert verliert.

Nu gucke … Da ist ein Text meinen Fingern entschlüpft. Kein schöner Text – das gebe ich zu – aber immerhin ein Zeichen dafür, dass ich mich aufzuraffen wusste und dem schnöden Nichtstun ein Schnippchen schlagen konnte. Obwohl … ich glaube dieser Text hätte nicht unbedingt geschrieben werden müssen. Zum Wegwerfen ist er gerade zu schade (wegen der Teddy-Bilder). Darum lasse ich den Text jetzt einfach hier mal stehen.

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